Abstands- und Hygieneregeln an deutschen Stränden während Corona: Das gilt an Nord- und Ostsee

Abstands- und Hygieneregeln an deutschen Stränden während Corona: Das gilt an Nord- und Ostsee

05/22/2020

Welche Sicherheitsregeln gelten an deutschen Stränden?

Der Sommer steht in den Startlöchern und trotz Corona soll die Badesaison bald so richtig losgehen. Doch die Pandemie ist noch nicht überwunden – und die Strände sind von Hygiene- und Sicherheitsregelungen nicht ausgenommen. An den Stränden in den Niederlanden knubbelten sich die Kurzbesucher an Vatertag. Abstand zu wahren gestaltete sich hier schwer. Welche Regelungen gibt es jetzt an den deutschen Stränden?

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Strandbetreiber müssen Infektionsschutz gewährleisten

Wir haben bei den Betreibern mehrerer deutscher Strände nachgefragt. Diese sind dafür verantwortlich, einen Infektionsschutz für die Strandbesucher zu gewährleisten und entscheiden selbst, wie sie das am besten umsetzen. Obwohl an allen Stränden die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln gelten, muss an den Stränden, an denen wir nachgefragt haben, kein Mund-Nasenschutz getragen werden. Die Einhaltung des Mindestabstands und der Hygieneregeln wird hier allerdings sehr ernst genommen.

Nordseeküste in Butjadingen (Niedersachen)

Die Gemeinde Butjadingen in Niedersachsen ist sehr engagiert, wenn es darum geht, den Strandbesuchern einen sicheren Aufenthalt zu gewährleisten: Hier werden einzelne, 25 Quadratmeter große Parzellen eingerichtet und mit Kreide markiert. Steht ein Strandkorb in einer Parzelle, ist dieser zehn Meter vom nächsten entfernt. An der Nordsee-Lagune von Butjadingen, wo es einen Sandstrand gibt, wird Flatterband gespannt. Zusätzliches Personal zur Kontrolle der Abstände wird nicht eingesetzt, jedoch weisen die Angestellten am Strand Besucher darauf hin, wenn Abstände nicht eingehalten werden.

Um Mindestabstände sicherstellen und Gedränge vermeiden zu können, führen zudem alle Wege zum Strand oder von ihm weg nur in eine Richtung. Zugangsbeschränkungen soll es für den Strand von Butjadingen nicht geben. Weil er groß genug ist, könnten 1.000 Besucher gleichzeitig am Strand sein, ohne sich zu nahe zu kommen, so der Betreiber.

Nordseeküste in Norddeich (Niedersachsen)

Im niedersächsischen Norddeich gibt es ähnliche Maßnahmen: Zwischen den Strandkörben muss ein Sicherheitsabstand von fünf Metern bestehen, dabei dürfen die Körbe nicht versetzt werden. Jeder Strandbesucher muss seinen Korb selbst desinfizieren, wenn er den Strand verlässt. In Norddeich kontrolliert ein Sicherheitsdienst die Einhaltung dieser Regeln. Hinweisschilder sollen die Strandbesucher zusätzlich an die Abstands- und Hygieneregeln erinnern.

Nordseeküste in Büsum (Schleswig-Holstein)

Auch in Büsum wird es keine Zugangsbeschränkungen zum Strand geben, da dieser groß genug ist. Strandkörbe müssen ebenfalls fünf Meter voneinander entfernt stehen. Wärter kontrollieren nicht nur die Gästekarten, sondern achten auch hier darauf, dass die Abstände eingehalten werden. Außerdem soll es an den sanitären Anlagen ein Einbahnstraßensystem geben.

Ostseeinsel Usedom (Mecklenburg-Vorpommern)

Auch in Usedom haben wir nachgefragt: Die Strandkörbe an den Stränden von Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin in Usedom haben in der Regel einen Abstand von mehr als zwei Metern zueinander. Außerdem werden diese auch hier nach Gebrauch desinfiziert. Da der Strandabschnitt mehr als zwölf Kilometer lang und 100 Meter breit ist, müssen hier vorerst weder ein Wegsystem erarbeitet noch eine Zugangsbeschränkung erlassen werden. Dies könne sich nach dem Start der Badesaison aber noch ändern.

Ostseeküste an der Lübecker Bucht (Mecklenburg-Vorpommern)

Ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich die Lübecker Bucht mit den Badeorten Scharbeutz, Siksdorf und dem Timmendorfer Strand. An diesen Stränden muss der Abstand zwischen den Strandkörben mindestens 3,20 Meter betragen, bei Liegeplätzen mindestens zwei Meter. Dabei ist es streng untersagt, sich zwischen die Strandkörbe zu legen. Nach Gebrauch der Strandkörbe werden diese durch Personal desinfiziert.

Damit sich die Badegäste gleichmäßiger verteilen, behält man sich dort vor, einzelne Strandzugänge zu sperren. Besucher müssen dann den nächsten Strandzugang nutzen. Alleine in Scharbeutz gibt es 28 Zugänge zum Strand. In der Lübecker Bucht sind acht bis zehn Quadratmeter Platz für eine Person vorgesehen, daraus errechnet sich die maximale Anzahl an möglichen Strandbesuchern. Kontrolliert wird diese durch den Strandkartenverkauf der Korbvermieter.

Liegt mal also entspannter als sonst am Strand?

Es scheint, als bereiten sich die Strandbetreiber, bei denen wir nachgefragt haben, gut auf die kommende Badesaison und die ungewöhnlichen Begleitumstände vor. Mit der Vorstellung eines eigenen kleinen Strandabschnitts kann man sich jedenfalls anfreunden, wenn man an so manchen überfüllten Strand in der vergangenen Sommersaison zurückdenkt.

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