Auf der Suche nach rettenden Engeln

Auf der Suche nach rettenden Engeln

09/17/2021

Für SusanneMarosch ist es eine Selbstverständlichkeit, sich für andere einzusetzen. Ziel ihres gemeinnützigen Vereins„Geben für Leben“ ist es, an Leukämie erkranktenMenschen die höchstmögliche Chance auf Überleben zu geben.

Zusammen mit vielen freiwilligen Helfern organisiert sieregelmäßige Typisierungsaktionen in Vorarlberg, um lebensrettendeStammzellenspender zu finden. Ein Interview über großes Engagement, bewegendeSchicksale und das, was im Leben wirklich zählt.

Erzählen Sie uns bitte kurz etwas über die Arbeit? DerVerein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ wurde aus einerpersönlichen Betroffenheit heraus gegründet (Anm. d. Red.: Susannes MutterHerlinde erlebte hautnah, was es bedeutet, an Blutkrebs zu erkranken: IhreNichte bekam die Diagnose Leukämie und einzig die Transplantation von gesundemKnochenmark konnte sie retten). Unsere Mitarbeiter:innen haben es sich seitüber 20 Jahren zum Ziel gesetzt, Menschen für eine lebensrettendeStammzellspende zu gewinnen, um schwerkranken Menschen eine Chance auf Leben zuschenken. Durch unsere Arbeit konnten bereits über 116.000 Menschen typisiertund 269 lebensrettende Stammzellspender gefunden werden.

Die Chancen, außerhalb der Familie einen passendenStammzellspender für einen Patienten zu finden, liegen je nach DNA-Typ bei1:500.000 bis mehrere Millionen. Wir führen daher in regelmäßigen AbständenTypisierungsaktionen durch, um möglichst viele Menschen für die weltweiteSpenderdatei zu gewinnen. Dabei werden gleichzeitig Spendengelder gesammelt, umdie Laborkosten für die Typisierungen in Höhe von 40 Euro pro Personfinanzieren zu können.

Ihr Engagement könnte auch als Suche nach „rettenden Engeln“bezeichnet werden. Ist es eine der schönsten und traurigsten Aufgaben zugleich?Obwohl uns unsere Arbeit oft mit traurigen Schicksalen konfrontiert, ist siedoch eine der schönsten Aufgaben, die man sich vorstellen kann. Täglich erlebenwir große Hilfsbereitschaft und Anteilnahme der Menschen, die uns bei der Suchenach Lebensretter:innen unterstützen oder selbst welche werden. DieseZusammenarbeit erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit. Auch dieberührenden Rückmeldungen der vielen betroffenen Familien, denen wir helfendürfen, sorgen täglich für sehr emotionale Momente.

Warum ist es wichtig, sich typisieren zu lassen? Täglicherkranken allein in Österreich drei Menschen an Leukämie – darunter auch vieleKinder. Gerade erst haben wir vom Fall des vierjährigen Aaron erfahren, der alsHochrisikopatient eine lebensrettende Stammzellspende braucht. Auch die zweijungen Mütter Lucia und Jana sind dringend auf eine rettende Spende angewiesen.Je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto größer ist die Chance, ihrenpassenden Spender zu finden.

Was treibt Sie im Leben an? Ich hatte im Leben einigeHerausforderungen zu meistern. Heute bin ich in der glücklichen Position, dassich gesund bin und wunderbare Wegbegleiter:innen habe. Heute geht es mir sehrgut. Also möchte ich gerne etwas von diesem Glück an andere weitergeben, denenes nicht so gut geht.

Sie haben viele Menschen, Schicksale begleitet. Hat sichdadurch Ihre Einstellung zum Leben verändert? Ich hatte schon immer eine sehrpositive und wertschätzende Einstellung zum Leben. Beim Anblick dieserSchicksale weiß ich jedoch noch mehr zu schätzen, was für wunderbare Geschenkeich vom Leben bekommen habe. Das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Was würden Sie sagen, zählt im Leben wirklich? Liebe,Freundschaft und Gesundheit. Ein herzliches und menschliches Miteinander inallen Bereichen unseres Lebens. Das Verbindende anstatt von Trennendem. Undnatürlich gutes Essen.

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