Die Wanderwege auf den Alpen keinesfalls verlassen

Die Wanderwege auf den Alpen keinesfalls verlassen

05/17/2021

Österreich ist einLand, das fast 8000 bewirtschaftete Alpen zählt und nicht zuletzt deshalb einebeliebte Tourismusregion. Leider kommt es auf Österreichs Alpen vereinzelt zuUnfällen mit Weidetieren. 

Dabei geht es nicht nur um Verletzungen undfinanzielle Schäden, sondern auch um Verunsicherung bei allen Beteiligten.

Wie sieht hier der Risiko- undVersicherungsschutz aus, was ist gedeckt? Müssen Weidealpen für dieÖffentlichkeit gesperrt werden? Sind bäuerliche Existenzen gefährdet?

Um der teilweise großen Verunsicherungentgegenzutreten, betont die österreichische Versicherungswirtschaft inAbstimmung mit der Landwirtschaftskammer Österreich: Im Rahmen einesmehrstufigen Versicherungsschirmes der land- und forstwirtschaftlichenHaftpflichtversicherung sind diese Schadensfälle aus der Tierhaltung gedeckt.

DerVersicherungsschutz

Jeder Landwirt in Österreich, der über eine land-und forstwirtschaftliche Betriebshaftpflichtversicherung verfügt, istversichert und geschützt. Durchschnittlich beträgt die Versicherungssumme beidiesen Produkten bei allen österreichischen Versicherungen rund drei MillionenEuro, diese Summe reicht nach menschlichem Ermessen aus, um hier etwaigeSchadenersatzverpflichtungen abzudecken, das betont man seitens desösterreichischen Versicherungsverbandes VVO. Zusätzlich zu dieser land- undforstwirtschaftlichen Grunddeckung gibt es in einzelnen TourismusregionenFreizeitpolizzen, um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu erhöhen. AuchWeidegemeinschaften, die Alpen bewirtschaften, haben in der Regellandwirtschaftliche Betriebshaftpflichtversicherungen.

„Es ist unsgelungen, entscheidende Verbesserungen zu erreichen. Neben einem verstärk­tenVersicherungsschutz für unsere Alp- und Weidewirtschaft setzen wir auch aufBewusstseinsbildung. So haben wir mit dem Landwirtschaftsministerium sowohl fürdie Tierhalter als auch für die Freizeit- und Tourismusgäste Verhaltensregelnerarbeitet“, unterstreicht der Vorarlberger Josef Moosbrugger, Präsident derLandwirtschaftskammer Österreich. „Alle sind aufgerufen mitzuhelfen, damitsowohl Alp- und Weidewirtschaft als auch Tourismus funktionieren und Unfällevermieden werden können.“

Eigenverantwortung

Bei rund 90 Prozent der Unfälle mit Rindern istein Hund der Auslöser. Wie also verhält man sich in der Gegenwart von Kühen alsHundehalter und Wanderer richtig?

Als Wanderer sollte man die markierten Wege nichtverlassen und generell ruhiges Verhalten an den Tag legen. Kühe sind weitgehendfriedliche Tiere und neigen erst zum Angriff, wenn sie sich arg bedrängt undbedroht fühlen. Also sollte man der Herde großzügig ausweichen, am bestenbergauf.

Als Hundehalter sollte man den Hund immer an derLeine führen und in der Mitte der Gruppe halten. Außerdem ist darauf zu achten,dass der Hund sich ruhig verhält. Besondere Vorsicht ist bei Herden mitStieren, Mutterkühen und Jungtieren geboten.

„Hinter dem Urlaubserlebnis in Österreichs Bergensteckt die harte und traditionsreiche Arbeit unserer Alpbäuerinnen undAlpbauern. Zehn klare Verhaltensregeln erhöhen die Sicherheit. Uns ist wichtig,dass unsere Bäuerinnen und Bauern auch in Zukunft die Möglichkeit haben, Alp-und Weidewirtschaft im Sinne von Tierwohl und Naturgefahrenschutz zu betreiben,hochqualitative Lebensmittel herzustellen und sich bei all dem sicher fühlenkönnen. Das ist die beste Basis, damit auch unsere Gäste Österreichs herrlicheNatur- und Kulturlandschaft in vollen Zügen genießen können“, so JosefMoosbrugger.

Alle sind aufgerufen mitzuhelfen, damit die Alp- und Weidewirtschaft sowie der Tourismus funktionieren und Unfälle vermieden werden. Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer

 ZehnVerhaltensregeln

 1. Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten.

  2. Ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken.

  3. Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Mit einem Hund soll man den Kontakt zu Herden mit Stieren, Mutterkühen und Jungtieren daher überhaupt vermeiden.

  4. Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort die Leine loslassen.

  5. Wanderwege auf Alpen und Weiden nicht verlassen.

  6. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großem Abstand umgehen.

  7. Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen.

  8. Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere Weidefläche zügig verlassen.

  9. Zäune sind zu beachten. Falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und Weide zügig queren.

10. Den dort arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt begegnen.

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