Energiepolitik und Klimaschutz mit Hausverstand und Vorbildfunktion

Energiepolitik und Klimaschutz mit Hausverstand und Vorbildfunktion

02/19/2021

Unser exportstarkerund mit Schlüsseltechnologien ausgestatteter Wirtschaftsstandort hat dasPotenzial, gleichermaßen marktfähige wie klimafreundliche und energieeffizienteProzesse, Produkte, Dienstleistungen und Konsummuster in die Welt zu tragen.

Das schafft nicht nurregionale Wertschöpfung, sondern trägt auch wesentlich zur Eindämmung desKlimawandels und zum Schutz unserer Umwelt bei. „Die Wirtschaft ist Teil derLösung und nicht des Problems“, stellt WKV-Präsident Hans Peter Metzlereinleitend fest.

In dieser Hinsicht istVorarlberg ein internationaler Vorreiter: Die regionalen Betriebe liegen beiEnergieeffizienz, Umwelt- und Klimaschutz seit vielen Jahren im weltweitenSpitzenfeld. „Damit das so bleibt, müssen in Sachen Energiepolitik dieRahmenbedingungen passen und realistische Möglichkeiten ausgelotet werden. ImRahmen des breit angelegten Strategieprozesses „Dis.Kurs Zukunft“ und einer imSommer eigens eingerichteten Fokusgruppe zum Thema Nachhaltigkeit arbeiten wirgemeinsam mit den heimischen Unternehmen an diesen zentralen Zukunftsthemen –und legen konkrete Handlungsfelder fest“, sagt WKV-Präsident Hans PeterMetzler. „Nachhaltigkeit ist ein klares Zielthema unseres ,Dis.Kurs Zukunft‘und keine leere Phrase.“

RichtigeMaßnahmen setzen

Es ist noch nicht langeher, da galt das EU-Klimaschutzziel mit minus 40 Prozent bis ins Jahr 2030bereits als sehr ambitioniert.  „Statt einessolchen Wettlaufs um immer höhere Ziele – was für jene, die ohnehin schon sehrviel leisten, eine unverhältnismäßige Mehrbelastung darstellt – sollten dierichtigen Maßnahmen im Fokus stehen“, führt der Präsident aus und nennt alsBeispiel den technologieoffenen Zugang beim Ersatz fossiler Energieträger durchnicht fossile oder die verstärkte Investition in Zukunftstechnologien. Zudemmuss konsequent Energieeffizienz gesteigert und dieEnergieversorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit abgesichert werden.

Bevölkerungeinbinden

Das gelingt mit einer Klimapolitik, die unter Einbindung der Bevölkerung und der Wirtschaft erfolgt, „aber nicht mit einer Top-Down-Klimapolitik, die wesentlich betroffene Stakeholder außen vor lässt.“ Eine solche habe wenig Aussicht auf Erfolg, weshalb man sich fragen müsste: „Was ist machbar und vor allem wie – und das unter Erhalt der Wett­bewerbsfähigkeit? Zu steile Vorlagen ohne konkrete Abfederungsmechanismen und Fahrpläne verstärken Abwanderungstendenzen in Länder, in denen die CO2-Kosten und Produktionsstandards niedriger sind.  Damit ist niemandem geholfen.

Es braucht Maßnahmen, um die Unternehmen an den Standorten zu halten. Die Industrie ist einer unserer wichtigsten Wohlstandsgaranten, aber als energieintensive Branche eben auch hauptbetroffen von den immer schwierigeren Rahmenbedingungen“, führt Metzler aus und warnt zugleich: „Verlagert auch nur ein Teil seine Produktion, hat das massive Folgen für den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort.“ Eine fortschrittliche Energie- und Klimapolitik muss auf einem Best-Practice-Ansatz beruhen, auf Austausch und der Einstellung, alles zu tun, was auch hilft. Aber sie muss unter Berücksichtigung von Wettbewerbsfaktoren und globalen Entwicklungen betrieben werden.

Gegen Überregulierung

Keinesfalls darf siedurch regionale Überregulierung, zunehmende gesetzliche Eingriffe und Auflagenerschwert werden. „In einem gemeinsamen Schulterschluss mit LR Marco Tittler machen wir Vorarlberg zur Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften. Unser Standort hat eine sehr gute Ausgangslage dafür. Wir können zeigen, wie es auch ohne sture Reduktionswettläufe gehen könnte und ruhen uns dabei auch nicht auf den bisherigen Erfolgen aus.

Aber zur Erinnerung: Der österreichische Anteil an den globalen Emissionen beträgt nur rund 0,2 Prozent – von diesem Globalanteil fallen in Vorarlberg lediglich 0,006 Prozent an, das sind knapp drei Prozent der österreichischen CO2-Emissionen. Das muss man uns erst einmal nachmachen – und das meine ich wörtlich“, betont der Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Eine fortschrittliche Energiepolitik in Vorarlberg muss auf einem Best-Practice-Ansatz beruhen. Es gilt, alles zu tun, was auch hilft. Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg

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