Kulturelle Nebenwirkungen

Kulturelle Nebenwirkungen

03/27/2020

Wenn ein Virus die großen Kulturträume angreift: Corona wird erhebliche Folgen für die zahlreichen Großprojekte von Stadt und Staat haben

In der 12-jährigen Amtszeit des im Sommer verabschiedeten Kulturreferenten Hans-Georg Küppers steigerte sich der Etat seines Referats von 149 auf 220 Millionen Euro. Vor der Kommunalwahl konnte sich die Stadt München dank sprudelnder Steuereinnahmen im Kulturbereich das Tragen von Spendierhosen leisten, um mit großen und kleinen Projekten die verschiedensten Interessengruppen zufriedenzustellen. Aber jetzt ist die Gießkanne leer.

Das teuerste städtische Projekt ist und bleibt die Gasteig-Sanierung. Sie soll einschließlich Interimsbauten eine halbe Milliarde Euro kosten – und zwar mindestens. Denn der öfter erwähnte Kostendeckel scheint unrealistisch. Dass es überfällig ist, demnächst endlich das Stadtmuseum für 200 Millionen umzubauen, dürfte selbst der sparsamste Münchner nicht bestreiten. Investiert wird auch im Kreativquartier an der Dachauer Straße, und im Schlachthofviertel entsteht der Neubau des Volkstheaters zum garantierten Festpreis von 130,7 Millionen Euro.

Sanierungsstau beim Staat

Auch der Freistaat plant und baut in München. Das Bregenzer Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur bereitet mit den Behörden den Bau des Konzerthauses im Werksviertel vor, das vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und seinem verstorbenen Chefdirigenten Mariss Jansons gewünscht wurde, aber in erster Linie vom Steuerzahler finanziert wird.

Es heißt, der Bau solle 370 Millionen Euro kosten. Schon bei der CSU-Klausur im Januar deutete Markus Söder an, dass dieses kulturelle Leuchtturmprojekt teurer werden könnte. Dazu läuft eine Anfrage der Landtagsopposition, die im April von den Ministerien beantwortet werden soll.

Die Museen sind dem Freistaat lieb – und teuer. Die lange verschleppte Sanierung des Deutschen Museums sollte ursprünglich 450 Millionen Euro kosten. Mittlerweile haben Bund und Freistaat nachfinanziert. 750 Millionen sind angeblich das „letzte Wort“, obwohl alle Beteiligten mit einer Milliarde rechnen.

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