Laut Studie: Mit Licht zu schlafen, kann das Risiko für diese Krankheiten erhöhen

Laut Studie: Mit Licht zu schlafen, kann das Risiko für diese Krankheiten erhöhen

06/21/2022

Viele Menschen schlafen vor dem Fernseher ein und lassen diesen dann die Nacht über laufen. Andere schlafen ganz bewusst mit einem Nachtlicht. Wie sehr beides der Gesundheit schaden kann, haben Forschende der Northwestern University in Chicago nun herausgefunden. 

Für Ihre Studie haben die US-Wissenschaftler:innen untersucht, welche biologischen Effekte verschiedene Helligkeitsstufen von Licht während der Nacht haben. 20 junge Erwachsene haben drei Tage und zwei Nächte in einem Schlaflabor verbracht, wo sie unter unterschiedlichen Lichteinflüssen geschlafen haben. In regelmäßigen Abständen wurden den Teilnehmenden Blut abgenommen, ihr Blutdruck sowie der Puls gemessen und mit einem speziellen medizinischen Gerät die Schlafqualität analysiert.

Lichteinflüsse während des Schlafens wirken unter anderem auf das Herz-Kreislauf-System

Die Ergebnisse legen nahe, dass schon wenig Licht beim Schlafen sowohl den Zuckerstoffwechsel als auch die Herz-Kreislauf-Regulierung negativ beeinflussen kann. Die Teilnehmenden wiesen ab einer bestimmten Lichtintensität während der Nacht einen erhöhten Puls sowie eine erhöhte Herzfrequenz und eine gesteigerte Insulinresistenz auf. So kann Lichteinstrahlung beim Schlafen offenbar das Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes erhöhen.

Dr. Phyllis C. Zee, eine der Autorinnen der Studie, erklärte gegenüber "Medial News Today", dass es drei Möglichkeiten gebe, die den Zusammenhang zwischen den Lichteinflüssen während des Schlafs und der Herzgesundheit sowie der Glukoseregulierung erklären könnten. Zunächst einmal könne uns Licht aufwecken und erschrecken, was unseren Puls in die Höhe treiben könne. Der zweite mögliche Grund liege in unserem Schlaf-Wach-Rhythmus: "Licht kann unseren zirkadianen Rhythmus sowie die Melatonin-Produktion beeinflussen". Das Schlafhormon macht uns müde und reguliert so den genannten Rhythmus, der dafür sorgt, dass wir im Idealfall nachts schläfrig und tagsüber wach sind.

Mögliche Gründe für den Zusammenhang zwischen Schlafen bei Licht und Krankheitsrisiken

Die wahrscheinlichste Erklärung ist laut Dr. Zee die dritte mögliche Deutung der Ergebnisse: "Wir vermuten, dass Licht Hirnregionen aktiviert, die das autonome Nervensystem regulieren. Denn es gab einen Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz und der Insulinresistenz."

Der Zusammenhang zwischen Lichteinflüssen beim Schlafen und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes ist eine spannende Entdeckung, die allerdings mit Vorsicht zu genießen ist. Denn an dem Experiment haben nur 20 gesunde junge Menschen teilgenommen – wie sich Licht auf den Schlaf und damit auf die Gesundheit von Personen aus anderen Altersgruppen auswirkt, ist unklar. Außerdem war die Dauer der Untersuchung mit nur zwei Nächten zu kurz, um langfristige Schlüsse aus den Ergebnissen zu ziehen.

Möglichst wenig Licht für besseren Schlaf

Trotzdem empfehlen die Forschenden der Northwestern University, das Schlafzimmer so dunkel wie möglich zu gestalten. Vorhänge und (Verdunklungs-)Rollos können helfen, Nachtlichter sollten vermieden werden. Außerdem sollten wir nicht vor dem Fernseher einschlafen, um keine unnötige Lichteinstrahlung zu verursachen. Wem es nicht möglich ist, in einem komplett dunklen Raum zu schlafen, der kann seine Schlafqualität möglicherweise mit einer Schlafmaske verbessern – und so Krankheitsrisiken mindern.

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