Mit nachhaltigen Ideen in Richtung Zukunft

Mit nachhaltigen Ideen in Richtung Zukunft

12/16/2021

Simon Tschann blickt auf ein ereignisreiches erstesBürermeisterjahr zurück. Mit der finanziellen Finanzreform sowie dem Bekenntiszu MissionZero wurden heuer nachhaltige Entscheidungen getroffen, die dieZukunft der Stadt maßgeblich beeinflussen.

Zahlreiche (Groß-)Projekte stehen in den kommenden Jahren inBludenz auf der Agenda. Geht es nach Bürgermeister Simon Tschann, sollen dieseSchritt für Schritt umgesetzt werden. Den Anfang macht im kommenden Jahr derBaustart der Volksschule Mitte. Die Neugestaltung des JugendquartiersUnterstein, der Neubau des Gerätehauses in Bings sowie die Neuausrichtung desStadtmarketings werden die Bezirkshauptstadt zudem beschäftigen, wie derGemeindechef im Interview verrät.

Nach einem Jahr im Amt. Wie fällt Ihre persönliche Bilanzaus. Was waren die Highlights? Welche Herausforderungen bzw. Rückschläge gabes?

Simon Tschann: Die Aufgabe macht unglaublich viel Spaß. Esist schön, unterstützt von so einem wirklich tollen Team der städtischenBediensteten, für seine Heimatstadt arbeiten zu dürfen.  Die Coronakrise zu bewältigen und dabei dennotwendigen Blick auf die Finanzen nicht zu verlieren, ist ein ständigerSpagat. Höhepunkte waren für mich der Beschluss zur „MissionZero“, dieWirtschaftsförderung mit der Gutscheinaktion oder auch das erste Rockkonzertnach dem Lockdown im Frühjahr.

Wie steht es um die strukturelle Finanzreform? Wann istdbzgl. mit ersten konkreten Maßnahmen zu rechnen?

Simon Tschann: Die ersten Maßnahmen sind in Umsetzung undwurden auch schon in die Budgetierung für das Jahr 2022 eingebaut. Einige Dingesind dabei leichter umzusetzen, andere müssen hingegen mit dem Land verhandeltwerden. Da sind wir nicht alleine am Zug.

Wie schreitet das Unterfangen Digitalisierung voran?

Simon Tschann: Sehr gut. Wir haben dafür eine zentraleStelle im Rathaus geschaffen und ein Projektteam mit jungen in diese Richtungsehr engagierten Mitarbeitern gebildet. Erste Erfolge, wie etwa die Übertragungder Stadtvertretungssitzungen, liegen vor. Nächstes Jahr sind dann auch unsereBürger am Wort.

Mit der Gutscheinaktion wurde im Vorjahr eine massiveWirtschaftsförderung lanciert. Welche Anstrengungen wurden in diesem Bereichseither unternommen?

Simon Tschann: Wir haben eine Wertschöpfung von über einerMillionen Euro mit dieser Aktion erreicht. Das spricht für sich. Gemeinsam mitder WIGE unterstützen wir die Betriebe, so gut es geht. Gerade für unsereGastronomen haben wir mit Beets & Beer ein eigenes Veranstaltungsformatentwickelt. Es gilt aber auch weiterhin unseren Handel zu unterstützen. Geradejetzt vor Weihnachten heißt es regional einkaufen.

Wie herausfordernd ist es in Zeiten von Corona, leerstehende Geschäftsflächen mit neuen Geschäften zu bestücken?

Simon Tschann: Natürlich sind wir bemüht, Leerstände zuvermeiden. Für Betriebsansiedelungen sind die Zeiten aber nicht gerade optimal.Deshalb haben wir reagiert. Wir erarbeiten derzeit eine Neuausrichtung unseresStadtmarketings. Ich möchte hier als für Wirtschaft zuständiger Politiker nochmehr auf Unternehmens- und Gründerservice setzen.

Gerade die Jugend hat unter Corona teilweise massivgelitten. Welche Akzente werden seitens der Stadt gesetzt, die Jugend„abzuholen“ und entsprechende Angebote zu schaffen?

Simon Tschann: Das stimmt. Eine erste Reaktion ist, dass wirim kommenden Jahr unsere Schulsozialarbeit ausbauen. Dafür haben wirdzusätzlich 70.000 Euro im Budget 2022 eingeplant. Für mich als jungerBürgermeister ist der Zusammenhalt enorm wichtig. Unser Jugendhaus Villa Kleistet wirklich ausgezeichnete Arbeit. Gemeinsamt haben wir ein Leader-Projektzur Neugestaltung des Quartiers Unterstein (spark7-Park, Fußball undFreizeitqualität für die Jugend) gestartet. Das läuft wirklich gut. Im Budgetfür 2022 ist die Planung der Neugestaltung bereits berücksichtigt.

Mit „MissionZero“ hat sich die Stadt große Ziele in SachenKlimaneutralität gesetzt. Was ist dbzgl. ihrer Meinung nach besonders wichtig? Wiekann die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen? Wie kann die Bevölkerungmotiviert werden, diese Maßnahmen mitzutragen?

Simon Tschann: Genau das war das Ziel – Vorbild für unsalle. Sprich unseren eigenen Fuhrpark auf E-Mobilität umstellen. Das kostet unsanfänglich natürlich etwas mehr. Hat aber eine große Wirkung. Zudem werden wirGebäude auch dementsprechend sanieren und bei Neubauten noch mehr in RichtungKlimaschutz denken.

Auch im Sportzentrum Unterstein besteht Handlungsbedarf. DasDach der Tennishalle muss erneuert werden und auch die Sparkasse Arena (dasStadion Unterstein) könnte eine Frischzellenkur vertragen? Welchen Beitrag kanndie Stadt hier leisten?

Simon Tschann: Wir starten wie erwähnt mit demLeader-Projekt beim spark7-Park, um dann das ganze Quartier zu betrachten. Dastehen wir vor großen Herausforderungen und gewaltigen Kosten. Allesgleichzeitig ist nicht möglich. Zuerst müssen wir im Bereich Bildunginvestieren. Wir starten mit den Baumaßnahmen des Zubaus der Volksschule Mitte.Das ist mit rund 20 Millionen Euro Gesamtkosten bisher das größteHochbauprojekt der Stadt Bludenz.

In der Südtiroler Siedlung gingen die Wogen nach einerPostwurfsendung der Alpenländischen heuer hoch. Wie ist der aktuelle Stand derDinge?

Simon Tschann: Klar ist: Wir setzen uns für die Bewohnerein. Wir haben mit der Alpenländischen deutliche Gespräche geführt. Inzwischengibt es ein Projektteam begleitet von einem Kommunikationsbüro. 2022 wird dieAlpenländische in Absprache mit den Bewohnern zwei Wohnhäuser ganz genau unterdie Lupe nehmen und einen Sanierungsvorschlag erarbeiten. Die Stadt wird beidiesem Projekt aufmerksamer Beobachter sein.

Bei den Feuerwehrhäusern im Stadtgebiet (Bludenz und Bings)besteht Handlungsbedarf. Wie schauen die Pläne aus, adäquate Einsatzzentralenfür die freiwilligen Retter zu schaffen?

Simon Tschann: Ich habe vor wenigen Tagen Gespräche mitbeiden Feuerwehren geführt. Unsere Sicherheitseinrichtungen, genauso dieRettung, Wasserrettung etc., leisten eine großartige Arbeit. Wir werden imnächsten Jahr zuerst Bings angehen. Mit einem Planungswettbewerb wird das 2022vorbereitet. 2023 sollte dann gebaut werden. Für Bludenz werden wir uns weitermit der Feuerwehr um eine Lösung bemühen. Aber auch die neue Drehleiter und einweiteres Einsatzfahrzeug waren heuer wichtige Investitionen in die Sicherheit.

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