Öko-Test checkt Tiefkühlfisch: Alaska-Seelachs schlägt Kabeljau

Öko-Test checkt Tiefkühlfisch: Alaska-Seelachs schlägt Kabeljau

08/26/2021

TK-Fisch im Test: Bei manchen kein bedenkenloser Genuss

Tiefkühlfisch ist eine gute Alternative für frischen Fisch. Der Alaska-Seelachs und der Kabeljau sind weißfleischige Fische und sehr beliebt in der deutschen Küche. Und im Gegensatz zu frischen Fisch sind Tiefkühl-Filets weniger mit Bakterien oder anderen Kleinstlebewesen belastet. Öko-Test hat sich das genauer angeschaut und 15 Seelachsfilet-Produkte und 4 Kabeljaufilets (ungewürzt und ohne Panade) getestet – mit recht unterschiedlichen Resultaten.

Mikroplastik: 4.000 Teilchen pro Filet laut Öko-Test

Wie immer hat Öko-Test die Sensorik (Geschmack und Geruch) geprüft und die Produkte auf Schadstoffe wie zum Beispiel Quecksilber untersucht. In beiden Punkten konnten alle getesteten Produkte überzeugen. Trotzdem erwähnt Öko-Test, dass im Labor auch im Schnitt 4.000 Mikroplastik-Teilchen pro Filet gefunden worden sind. Ob diese alles aus dem Meer kommen oder erst durch die weitere Verarbeitung darin landeten, ist jedoch unklar, so wie auch die gesundheitlichen Auswirkungen beim Verzehr leider noch weitestgehend unerforscht sind.

Alaska-Seelachs punktet in Sachen Nachhaltigkeit

Bei der Frage, wie nachhaltig der Fischfang ist, sollten Sie als Kunde beim Einkauf die Verpackung studieren. Auf das bekannte MSC-Siegel kann man sich dabei allerdings nicht immer verlassen, denn dieses ist leider keine Garantie für nachhaltigen Fischfang, wie Öko-Test betont. Bei zwei Drittel der getesteten Tiefkühlwaren waren die Angaben laut den Testern aber einwandfrei. Meeresbiologe Dr. Rainer Froese vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung stand dem Team von Öko-Test bei der Bewertung zur Nachhaltigkeit zur Seite.

Der Kauf von Alaska-Seelachsfilets ist dabei unbedenklich, denn die Seelachs-Fischbestände, die sich großteils vor der Pazifik-Küste Russlands erstrecken, sind intakt. Dies liegt an der hohen Fruchtbarkeit der Fischart sowie der verwendeten Fangmethode. Von 15 getesteten Produkten kann Öko-Test zwölf empfehlen – acht sogar mit dem Gesamturteil „sehr gut“, darunter auch viele Discounter-Produkte, unter anderem:

RTL.de empfiehlt

  • Berida Alaska Seelachsfilet von Penny
  • Fjordkrone Alaska-Seelachsfilet von Norma
  • Sea gold Alaska-Seelachs Filets von Netto
  • Tegut Alaska-Seelachs-Filets

Abzüge gab es bei den den Alaska-Seelachsfilets vor allem durch falsche, fehlende oder ungenaue Angaben über die Lieferkette. Schlusslicht mit der Note „ausreichend“ ist dabei das Paulus Genussmanufaktur Alaska Seelachsfilet.

Kabeljau ist hoffnungslos überfischt: Öko-Test rät vom Kauf ab

Bei den Kabeljau-Filets bekommt kein getestetes Produkt die Note „sehr gut“, und dafür gibt es gute Gründe. Die Kabeljau-Bestände im Meer sind fast leergefischt, daher ist der Fang nicht als nachhaltig einzustufen. Zumal noch hinzukommt, dass die verwendete Fangmethode mit den tonnenschweren Grundschleppnetzen für das Meer und den Meeresboden sehr zerstörerisch ist und viel unerwünschten Beifang produziert. Öko-Test rät daher zur Zeit grundsätzlich vom Kauf von Kabeljau-Fischfilet ab.

Trotzdem erhält das „Wild Ocean Kabeljau Filet“ von Demeter das Gesamturteil „gut“, da bei der Fischerei auf die weitaus umweltschonendere, wenn auch umständlichere Fangmethode mit mechanischen Handleinen gesetzt wird und es sonst keine weiteren Mängel gab.

Die Kabeljau-Filets von Costa und Deutsche See waren derweil die großen Verlierer des Tests, da sie zum einen die umweltschädliche Fangmethode per Schleppnetz verwenden sowie diese zum anderen auf der Verpackung nicht transparent angegeben haben. Beide bekommen daher mit der Note „mangelhaft“ die schlechtesten Bewertungen im Check.

Alle Tiefkühlfisch-Testergebnisse finden Sie auf der Seite von Öko-Test. (twe)



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