Öko-Test prüft Senf: Glyphosat in 10 Produkten – diese Marken schmieren ab

Öko-Test prüft Senf: Glyphosat in 10 Produkten – diese Marken schmieren ab

05/31/2021

Öko-Test prüft 20 mittelscharfe Senf-Marken

Senf ist in der deutschen Küche unverzichtbar und wird vielseitig eingesetzt. Als Beilage zu Würstchen oder gegrilltem Fleisch, aber auch als wichtiger Bestandteil in Salatdressings und Saucen, verschärft er besonders die sommerliche Küche. Zu Beginn der Grillsaison hat Öko-Test 20 mittelscharfe Senfmarken getestet, darunter auch Bio-Produkte und Discounter-Eigenmarken. Mit einem insgesamt guten Resultat: Kein Senf schneidet schlechter als “befriedigend” ab, 17 von 20 sind sogar “gut” und “sehr gut”. Jedoch haben die Tester in einigen Produkten Glyphosat entdeckt.

Der Griff zum Bio-Senf lohnt sich

Senf gibt es als Bio-Produkt oder konventionell hergestellt. Im Check von Öko-Test fällt auf, dass in KEINEM Bio-Senf Spuren des bedenklichen Unkrautvernichters Glyphosat vorhanden war, in 10 von 13 Senfen aus konventionellen Anbau wurde dagegen Spuren des umstrittenen Mittels gefunden. Nicht nur deswegen erhielten sechs von sieben Bio-Produkte die Testnote “sehr gut” –darunter der mittelscharfe Senf von Alnatura, der Löwensenf “mittelscharf mild, Bio” oder der “mittelscharfe Senf, beschwingend mild” von Zwergenwiese. Nur der Bio-Senf von Byodo bekam einen Punkt Abzug, da der Anteil der Senfsaat im fertigen Produkt unter der angegebenen Branchen-Richtlinie lag.

Doch auch konventionelle Senfmarken wurden mit dem Öko-Test-Gesamturteil “sehr gut” belohnt: der Thüringer Senf mittelscharf von Born Senf & Feinkost, der Senf von Develey und der Jeden Tag Senf mittelscharf bekamen ebenfalls die Bestnote im Check.

Die drei “Verlierer”, die im Gesamturteil mit der Bewertung “befriedigend” etwas abschmieren, sind die Discounter-Marken Kania (Lidl) und K-Classic (Kaufland) sowie der Bautz’ner Senf mittelscharf, die auch alle Glyphosat-Spuren enthielten. Bei Kania wurde im Test zusätzlich ein erhöhter Biosphenol-F-Wert (siehe unten) gemessen, und die Kaufland-Eigenmarke hatte zu wenig Senfsaatanteil. Beim Bautz’ner-Senf wurde negativ bewertet, dass er laut Produktangabe natürliche Aromen enthält.

Woher kommt die Senfsaat?

Die Senfsaat macht den Senf. Für mittelscharfe und milde Senfsorten werden gelbe und weiße Senfkörner genommen, für die schärferen Sorten kommt die braune Senfsaat zum Einsatz. Doch es gibt natürlich auch noch den süßen Senf, der in der bayerischen Küche sehr beliebt ist. Die gelbe Farbe kommt dabei hauptsächlich durch die Beigabe des Gewürzes Kurkuma. Doch woher kommt die Senfsaat bei den getesteten Produkten?

Öko-Test erklärt, dass die meisten konventionellen Senfmarken die Senfsaat aus Osteuropa, Russland, Ukraine oder Kanada importieren. Beim Bio-Senf kommt die Saat aus Deutschland und teilweise aus den oben genannten Importländern. Einfluss auf den Geschmack hat das allerdings kaum, auch wenn der Geschmack der getesteten Produkte teilweise recht verschieden ist, wie die Tester betonen. Manche Marken schmecken mehr nach Kräutern oder eher süß, andere bestechen durch ihre Meerrettich-Note mit dem Extra-Kick Schärfe. Bei der Sensorik, also Aussehen, Geruch und Geschmack erhielten alle Produkte übrigens die Bestnote.

Glyphosat und Bisphenol F: Rückstände fallen negativ auf

Negativ hat Öko-Test bewertet, dass in mehreren konventionellen Senfmarken Spuren von Glyphosat nachgewiesen wurden. Weitere kleine Mängel fielen unter anderem bei bekannten Marken wie Kühne oder Thomy auf. Dort wurden in der Deckeldichtung PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen, also Schadstoffe, entdeckt. Zudem weist Öko-Test daraufhin, dass in allen getesteten Senfmarken der bisher wenig bekannte Problemstoff Bisphenol F zu finden war, der in Dosenprodukten vorkommt und in Verdacht steht, auf das Hormonsystem einzuwirken. Allerdings entsteht der Stoff wohl bei der Senfherrstellung und die gefundenen Spuren werden von den Testern als “unproblematisch”´eingeordnet.

Eine gute Nachricht gibt es noch: In Senfölen steckt ein Inhaltsstoff, der Krebs vorbeugen kann. Senföle haben nämlich eine antikanzerogene Wirkung und können so krebserregende Stoffe eliminieren.

Hier sehen Sie die gesamten Testergebnisse zum Thema “Senf mittelscharf” von Öko-Test.



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