Sexarbeit im Norden Deutschlands wieder erlaubt – unter strengen Corona-Auflagen

Sexarbeit im Norden Deutschlands wieder erlaubt – unter strengen Corona-Auflagen

09/15/2020

Hamburg und Schleswig-Holstein einigen sich auf Wiederzulassung der Prostitution

Ab heute ist Prostitution in Hamburg und Schleswig-Holstein wieder zulässig – allerdings unter strengen Auflagen. Nach monatelangem Corona-Lockdown hatten sich beide Länder in der vergangenen Woche auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der Wiederzulassung der Prostitution verständigt.

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Strenge Hygieneauflagen

Die Arbeit darf nur in angemeldeten Prostitutionsstätten ausgeführt werden. Um das Infektionsrisiko gering zu halten, muss laut der für Gesundheit zuständigen Hamburger Sozialbehörde ein Hygienekonzept vorliegen. “Außerdem ist das Gewerbe nur im Verhältnis 1 zu 1 zu betreiben”, hieß es aus dem Kieler Innenministerium. Heißt im Klartext: Mehr als zwei Menschen dürfen sich nicht gemeinsam vergnügen. Weiterhin verboten sei die Ausübung der Prostitution in jeglicher Art von Fahrzeugen und im Rahmen von Prostitutionsveranstaltungen, wie die Sozialbehörde mitteilte.

Weitere Auflagen sind das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, vorherige Terminvereinbarungen, Aufnahme von Kundenkontaktdaten, ausreichende Belüftung und ein Alkoholverbot.

+++ Bordell-Chef Armin Lobscheid: “Das hat nichts mehr mit Erotik zu tun!” +++

Hamburger Sexarbeiter*innen wollen Wiederzulassung feiern

In der Hamburger Herbertstraße in St. Pauli wollen die in der Gruppe Sexy Aufstand Reeperbahn organisierten Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber die Wiederzulassung der Prostitution am Dienstag (11.00 Uhr) feiern. Unter anderem ist die Enthüllung eines Gemäldes durch den Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte, Falko Droßmann (SPD), geplant.

Aufhebung des Prostitutionsverbots: Illegalität soll verhindert werden

Bereits vergangene Woche hatte das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht in Münster nach eigenen Angaben im Eilverfahren das im Zuge der Coronakrise erlassene Prostitutionsverbot gekippt und den Weg freigemacht für Sexarbeit in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Mit dem Schritt sollen Illegalität verhindert und vermeidbare Infektionsrisiken reduziert werden. Damit es zu keinen “grundlegenden Asymmetrien an Landesgrenzen” komme, gehen die Bundesländer im Norden den Angaben zufolge gemeinschaftlich vor.

Quelle: DPA/RTL

Video-Playlist: Alles, was Sie über das Coronavirus wissen müssen


Schleswig-Holstein

Hamburg

Gesundheit

Krankheiten

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel