Start von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!": "Tränen, Erbrochenes und Durchfall. Und dafür schaltet ihr alle ein"

Start von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!": "Tränen, Erbrochenes und Durchfall. Und dafür schaltet ihr alle ein"

01/14/2023

Welcome to the Jungle: „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ist wieder da. Am Freitagabend gab es bei RTL den Auftakt des diesjährigen Dschungelcamps. Mit dabei: Ein neuer Moderator, ein Mehrfachstreit, eine Bekanntmachung und jede Menge sprachliche Irrfahrten. Nur einer fehlte. Der Auftakt im Überblick.

Eine KritikvonChristian Vock

Diese Kritik stellt die Sicht von Christian Vock dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

Dschungel’s coming home: Nach drei Jahren Abwesenheit sendet „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ wieder aus Australien. Viel verändert hat sich nicht. Auch diesmal hat man eine illustre Truppe mit Honoraren und einem Preisgeld in eine rund um die Uhr überwachte Dschungelkulisse gelockt, damit die sich dort zur Belustigung der Zuschauer gegenseitig auf die Nerven geht.

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Wer das zur vollsten Zufriedenheit erledigt, bekommt einen Fantasie-Titel verliehen und 100.000 Euro aufs Girokonto. Das entspricht nach derzeitiger Marktlage in etwa dem Wert einer Zweizimmerwohnung im Kreis Lippe.

Die Kandidaten:

„Was für komische Charaktere“, stellt Gigi Birofio am Freitagabend beim Zähneputzen im Camp fest und diese „komischen Charaktere“ stellen sich in Folge eins auch gleich selbst vor: Claudia Effenberg etwa meint, sie sei ausgebildete Fallschirmspringerin, die Adventskränze mag und „so ein bisschen an Geister“ glaubt. Was davon ihr im Dschungel helfen wird, muss man sehen.

Cosimo Citiolo hingegen hilft sich selbst und erscheint zum ersten Kennenlernen mit Spezial-Badehose: „Besser mit Netz, damit nichts rausspringen kann.“ Wir danken an dieser Stelle schon einmal für diese Prophylaxe.

Gigi Birofio hat die Genitalspringerei dankenswerter vorverlegt. Weil er gehört hat, dass die Kandidaten unter Umständen Stiersperma zu sich nehmen müssen, will er zur Vorbereitung vom eigenen Ejakulat genascht haben: „Dann hab ich gemerkt: Ich bin vorbereitet.“

Unkonventionell, aber offenbar eine gelungene Abwechslung zu Birofios sonstigem Alltag: „Was mach ich in meinem Leben? Boah, ich ess’ Pasta, ich kauf gern Bräunungsspray, schlafen kann ich immer. Was mach ich sonst noch so in meinem Leben? Ah, ich mach Fernseher!“

„Fernseher“ machen gehört auch bei Familie Cordalis zum Beruf. Mit seiner Teilnahme beim Dschungelcamp übernimmt Lucas quasi den elterlichen Betrieb, schließlich war sein Vater Costa bereits Dschungelkönig. Mit Schwägerin Jenny Frankhauser und Schwiegermutter Iris Klein war auch die angeheiratete Seite der Familie bereits im Dschungelcamp vertreten. Deshalb behauptet Lucas: „Die Krone wieder in die Familie Cordalis zu holen, würde mich so glücklich machen.“

Außerdem dabei sind Trash-TV-Sternchen Cecilia Asoro, Luder-Image-Trägerin Djamila Rowe, Influencerin Jolina Mennen, GNTM-Urgestein Tessa Bergmeier, Model Papis Loveday, Schauspielerin Jana Pallaske, NDW-Alt-Star Markus Mörl und Radiomoderatorin Verena Kerth.

Eigentlich war zum Start auch die Anwesenheit von Martin Semmelrogge geplant, doch der Schauspieler soll noch in Doha festsitzen.

Die Moderation:

„So wahr mir Bob helfe!“. Mit diesem Schwur auf ein paar Hoden gibt Jan Köppen seinen Einstand als neuer Moderator neben Sonja Zietlow. Damit tritt Köppen in die Fußstapfen von Dirk Bach und Daniel Hartwich, der am Ender er vergangene Staffel nach knapp zehn Jahren in den Sack gehauen hat.

Große Fußstapfen, die Köppen in Folge eins nach Hartwich noch ein bisschen zu groß sind, aber das muss nicht unbedingt an ihm liegen. Denn auch Köppen muss mit dem arbeiten, was ihm die Gag-Schreiber liefern und die sind in Folge eins noch nicht auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.

Dass Köppen aber nicht nur was drauf hat, sondern auch mit Zietlow harmonieren kann, zeigt sich, als beide spontan sein müssen. Als die Promis sich an zwei Seilen über eine Schlucht hangeln müssen, macht sich Cosimo Citiolo Sorgen, ob die Seil-Konstruktion sein Gewicht von 107 Kilogramm aushält. „Das hält 108 – Glück gehabt!“, reagiert Köppen schlagfertig und Zietlow warnt Citiolo: „Hoffentlich hast du nicht gelogen!“

Der Auftakt:

„Was raus muss muss raus. Mal sind das Tränen, mal ist es Erbrochenes und mal ist es Durchfall. Und dafür schaltet ihr alle ein“, glaubt Jolina Mennen am Freitagabend, das simple Erfolgskonzept von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ erkannt zu haben.

So ganz Unrecht hat sie damit nicht und bis auf die Sache mit dem Durchfall ist in Folge eins bereits alles dabei und sogar noch mehr. Denn für eine Auftaktfolge eher untypisch gehen die Promis ihrem Eskalations und Fremdschäm-Auftrag recht beherzt nach.

„Also die ist ein ganz anderer Menschenschlag wie ich“ urteilt Claudia Effenberg beim ersten Kennenlernen über Jana Pallaske und vielleicht meint sie damit, dass Pallaske den Unterschied zwischen wie und als kennt.

Sprachlich ähnlich sattelfest zeigt sich Cosimo Citiolo, als er dem australischen Sicherheitspersonal von der erfolgreichen Schlucht-Überquerung berichtet: „I don’t glaubt this“, freut sich Citiolo und tritt damit leichtfüßig in die Fußstapfen von Lothar Matthäus und Roman Weidenfeller.

Tessa Bergmeier lebt vegan und das weiß man deshalb, weil sie es jedem erzählt. Als Birofio das mitbekommt, ist dem jungen Mann anzusehen, wie ihn diese Nachricht angesichts der ganzen Dschungelprüfungen intellektuell fordert. „Das macht ja gar keinen Sinn, dass du da bist!“, glaubt Birofio und unterschätzt dabei das Ziel der Show.

Der Spruch des Abends:

Ein Teil der Promis gelangt mittels Fallschirmsprung zum Camp und da will Gigi Birofio nach der Landung seiner Kollegin Djamila Rowe seinen Respekt zollen, weil die im Flugzeug scheinbar keine Miene verzogen hat. „Du hast keine Angst gezeigt“, stellt Birofio fest und Rowe antwortet selbstironisch: „Das ist Botox, da bewegt sich nichts mehr.“

Die Offenbarung des Abends:

Bereits am ersten Abend raucht es gewaltig im Camp und damit ist nicht das Lagerfeuer gemeint. Tessa Bergmeier gerät schon kurz nach Ankunft mit Cosimo Citiolo, Jolina Mennen und Cecilia Asoro aneinander.

Als die fußverletzte Claudia Effenberg glaubt, sie sei behindert, bittet Bergmeier Effenberg, das Wort „behindert“ nicht so beliebig zu verwenden. Es kommt zu einem Wortgefecht, bei dem Bergmeier der Gruppe offenbart, dass sie aufgrund einer bipolaren Erkrankung selbst behindert sei.

Das Fazit:

Die Promis sitzen also wieder im Dschungel und wenn man die Ereignisse von Folge eins fortschreibt, dann hat RTL mit der Besetzung doch einiges richtig gemacht. Zumindest, wenn man das nach Trash-TV-Maßstäben beurteilt.

Es scheint jedenfalls genügend konfliktaustragungsbereite Charaktere und eine ganze Menge nichts zu tun zu geben, damit es eine kurzweilige Staffel wird. Und auch RTL selbst ist bereit, die Kandidaten mit einem einfallsreichen Schnitt so erscheinen zu lassen, wie man das gerne möchte.

Jana Pallaske jedenfalls hat schon wieder das Label der Esoterik-Tante erwischt, Tessa Bergmeier hat wieder die Rolle der Vegan-Zicke bekommen, Gigi Briofio und Cosimo Citiolo sollen die Nixblicker-Twins geben, der eine als stumpfer Beau, der andere als knuffiger Clown – RTLs Mann vom Schnitt hat für jeden eine Schublade parat.

Innerhalb dieser Rollen kann sich jeder frei bewegen und zusammen mit den Dschungelprüfungen ergibt das eben wieder die gewohnte Mischung, in der es ganz selbstverständlich scheint, dass den Promis nicht etwa aus Gründen der Ernährung, sondern der Fernsehunterhaltung Krokodilsaugen, Ziegenanus, Schweinepenisse oder Bullenhoden gereicht werden.

Man muss nicht Tessa Bergmeier sein, um das abartig zu finden. Welcome to the Jungle.

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