Thiem im Kitzbühel-Viertelfinale, Ofner im Achtelfinale out

Thiem im Kitzbühel-Viertelfinale, Ofner im Achtelfinale out

08/02/2023

Dominic Thiem steht heuer zum dritten Mal in einem ATP-Viertelfinale. Der Niederösterreicher gewann am Mittwoch sein Achtelfinale beim Kitzbüheler Generali Open gegen den Chinesen Zhang Zhizhen mit 1:6,6:3,6:2 und spielt nun am Donnerstag gegen den Franzosen Arthur Rinderknech um sein erstes Tour-Halbfinale 2023. Sebastian Ofner hingegen kassierte eine 6:4,5:7,6:7(5)-Niederlage gegen den Slowaken Alex Molcan. Filip Misolic und Dennis Novak waren in Runde eins ausgeschieden.

Thiem konnte den Schwung von seinem mitreißenden Erfolg am späten Dienstagabend in zwei Tiebreaks gegen den Argentinier Facundo Bagnis vorerst nicht mitnehmen. Gegen den aufstrebenden Zhang gelangen dem Lokalmatador im ersten Durchgang nur insgesamt zwölf Punkte. Das Ehrengame gelang Thiem zum 1:5. Sonst spazierte der Asiate scheinbar spielerisch zur Satzführung. Nachdem Thiem bei prächtigem Wetter und mit 5.800 Fans ausverkauftem Haus für die Verhältnisse besser bespannte Rackets gebracht worden waren, entwickelte sich dann auch ein echtes Match.

Thiem agierte nun stabiler, brachte mit besserem Service seine folgenden Aufschlagspiele gut durch und schaffte in einem acht Minuten langen Game mit seinem da vierten Breakball das für den Satzausgleich letztlich entscheidende 3:1. „Es war im ersten Satz tough, weil es waren völlig andere Bedingungen, gefühlt 15 Grad wärmer. Die Bälle sind geflogen“, merkte Thiem in seiner Analyse an. Mit einem härteren Schläger startete er im zweiten Satz neu durch. „Ich wollte einen guten Start haben und das Aufschlaggame durchbringen, mit dem Break zum 3:1 ist die Wende passiert.“

Nun legte Zhang bei schnelleren Bedingungen als am verregneten Vortag oft zu viel Geschwindigkeit und Kraft in seine Schläge, die Folge waren eine Menge von Eigenfehlern. So war es auch im dritten Satz, in dem dem dann sehr konstanten Thiem die Breaks zum 1:0 und 5:2 gelangen und er nach insgesamt 1:42 Stunden ausservierte. „Es ist auf jeden Fall ein kleiner Befreiungsschlag, eine kleine Initialzündung, weil ich es geschafft habe, ein gutes Match am nächsten Tag zu bestätigen – bei komplett anderen Bedingungen und gegen einen guten Gegner.“

Ofner hatte am Nachmittag ein schon gewonnenen geglaubtes Match gegen den Slowaken Alex Molcan noch verloren. Österreichs 27-jährige Nummer eins hatte bei einer 6:4,5:0-Führung zwei Matchbälle, vergab diese und verlor dann völlig den Faden. Nachdem Ofner sieben Games in Folge geholt hatte, startete Molcan einen Lauf von neun Games en suite. Ofner sah sich am Ende dieser Negativphase im dritten Satz mit einem 0:2-Rückstand konfrontiert, arbeitete sich dann noch einmal zurück, unterlag aber schließlich nach 2:29 Stunden 6:4,5:7,6:7(5).

Niedergeschlagen, aber gefasst präsentierte sich Ofner danach. „Das ist natürlich richtig bitter so eine Niederlage. Noch schlimmer, wenn es beim Heimturnier in Kitzbühel ist.“ Noch wisse er nicht genau, was da passiert sei. „Das gibt es leider im Tennis. Aufrichten und analysieren“, sagte sein Touring-Coach Stefan Rettl zur APA – Austria Presse Agentur. Ofner meinte, er habe in Satz zwei beim Break gegen sich zum 4:5 zum Nachdenken begonnen. „Da ist es bei mir ein bisschen im Kopf herumgeschwirrt. Da habe ich komplett mein Spiel verloren, deswegen war es schwierig.“

Er wolle sich von diesem Rückschlag aber nicht beeinträchtigen lassen, nachdem er auch in der vergangenen Woche in Umag eine Auftaktniederlage kassiert hatte. „Die letzten zwei Turniere sind nicht ganz so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber sonst war meine Saison bisher richtig gut.“ Molcan wiederum konnte selbst kaum glauben, dass ihm der Umschwung geglückt war. „Ich weiß nicht, wie ich den zweiten Satz gewonnen habe. Es war einfach nur ein Wunder.“ Es war sein erster Sieg gegen Ofner im dritten Duell, erstmals ging es auf der Tour gegeneinander.

Rinderknech (ATP-67.) düpierte Yannick Hanfmann (GER-2) 7:6(3),6:3, gegen Thiem geht es erstmals. Der 28-Jährige hatte zuletzt in ähnlicher Seehöhe einen Challenger in Zug gewonnen. Thiem ist gewarnt. „Er spielt schnell von hinten und sucht den Weg ans Netz.“ Es wird das letzte Viertelfinale (ab 11.00 Uhr, live ServusTV) an einem wohl wieder etwas verregneteren Tag sein. Molcan eröffnet gegen Sebastian Baez, auch dessen argentinische Landsleute Tomas Martin Etcheverry (1) und Pedro Cachin (3) sind weiter, spielen gegen Daniel Galan (COL) bzw. Laslo Djere (SRB-5).

Im Doppel schafften die topgesetzten 2021-Titelträger Alexander Erler/Lucas Miedler den Einzug ins Viertelfinale, der Tiroler und der Niederösterreicher dürfen im letzten Donnerstag-Match nun auch auf den Center Court. Auch der Wiener Sam Weissborn ist noch im Doppel dabei.

(APA)

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