„Zero Waste braucht keine Perfektion“

„Zero Waste braucht keine Perfektion“

09/16/2022

Corinna Amann und ihre Familie leben beinahe plastikfrei. Aus ihrem Hobby wurde ihr Beruf.

Alles startete mit einem Selbstversuch. Vor sieben Jahrensetzte sich Corinna Amann das Ziel, so wenig Müll wie möglich zu produzieren.Aus ihrem 130-tägigen Versuch wurde ihr Beruf. Heute hält die 38-JährigeVorträge und gibt Workshops zum Thema „plastikfreier leben“. Außerdem hat sieihren ­eigenen „Unverpackt Laden“ in Satteins eröffnet.

Wer das Geschäft betritt, sieht Glasbehälter gefüllt mitTrockenlebensmitteln oder Wasch- sowie Putzmittel. Auch Pflegeprodukte wiefestes Shampoo oder Zahnputzpulver haben ihren Platz gefunden. „Ich bietebewusst nichts in Einwegverpackungen an, der Umwelt zuliebe“, erklärt die Satteinserin.Dinge, die aus hygienischen Gründen nicht in eigenen Gefäßen abgefüllt werdenkönnen – wie beispielsweise Tomatensauce – bietet Corinna Amann in Pfandgläsernan. Diese werden zurück zu ihr ins Geschäft gebracht, von ihr wieder beimLieferanten zurückgegeben und erneut befüllt. So entsteht kein unnötiger Müll.Für die meisten Produkte bringen die Kunden eigene Gefäße mit und füllen diegewünschte Menge ab. „Das plastikfrei teurer ist, stimmt einfach nicht“, sagtdie Ladeninhaberin. Sie untermauert ihre These mit einem Beispiel: „ImSupermarkt werden Gewürze meist nur in 100 Gramm-Säckchen angeboten. Bei mirkönnen die Kunden genau jene Menge an Gewürz kaufen, die sie wirklichbenötigen. So zahlt, man nur das, was man wirklich braucht“, sagt sie. Das habedrei Effekte: Der Einkauf sei dadurch günstiger als im „verpacktenLebensmittelladen“, man produziere weniger Müll und verschwende damit wenigerLebensmittel.

Plastikfreier oder garkomplett plastikfrei zu leben, ist für manche schwer vor­stellbar. „Zero Wastebraucht keine Perfektion, das wäre utopisch. Wenn jemand auf seine Gummibärchenin Plastikverpackung nicht verzichten möchte, soll man das auch nicht. Danngibt es bestimmt andere Dinge, auf die man achten kann“, erklärt die 38-jährigeSatteinserin.

„Plastikmüll ein Ergebnis von Schnelllebigkeit“

Den eigenen Einkauf genau unter die Lupe nehmen und sichAlternativen überlegen sowie eine Stofftasche zur mehrfachen Verwendung undeine Trickflasche griffbereit in der Handtasche haben, das sind dieEinstiegstipps von Corinna. Plastikmüll sei vielfach ein Ergebnis vonSchnelllebigkeit. „Man springt schnell in die Tankstelle oder einen Supermarkt,weil man Durst hat. Und schon wieder ist eine PET-Flasche mehr an Müllentstanden.“

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