Eine Beethoven-Akademie mit Pierre-Laurent Aimard

Eine Beethoven-Akademie mit Pierre-Laurent Aimard

02/11/2020

Isabel Mundry über die Beethoven-Akademie mit Pierre-Laurent Aimard und dem Gürzenich-Orchester im Prinzregententheater

Die Plakate für dieses Konzert kündigen eine „Beethoven-Akademie“ an, gespielt vom Gürzenich-Orchester Köln unter François-Xavier Roth und mit dem Pianisten Pierre-Laurent Aimard. Beethoven gibt es an diesem Abend natürlich auch. Aber eben nicht nur: Dafür bürgt der Solist, dem zwischen Bach und Stockhausen nichts zu schwierig ist. Was genau gespielt wird, soll eine Überraschung bleiben. So viel aber dürfen wir verraten: Auch Werke der Komponistin Isabel Mundry sind dabei.

AZ: Frau Mundry, was ist im Moment Ihr Lieblingsstück von Beethoven?
ISABEL MUNDRY: Die späten Streichquartette sind schon fantastisch. Für diese Werke empfinde ich eine große Hochachtung.

Wie wichtig ist Beethoven für Sie beim Komponieren?
Beethoven ist Geschichte, und die Geschichte prägt auch die Gegenwart. Jeder, der heute Musik schreibt und sich nicht nur für Atmosphären interessiert, sondern auch für Strukturen, kommt an Beethoven nicht vorbei. Aber ich muss zugeben, dass er für mein persönliches Komponieren nicht die wichtigste Größe ist. Das war eigentlich nie so.

Wer dann?
Mein Herz schlägt eher für die Alte Musik vor der Klassik und der Romantik. Zunehmend interessieren mich die Wahrnehmung des Hörens im Raum und die Präsenz und die Körper der Musiker und Hörer. Deshalb interessiert mich im Moment eher Musik, bei der Komponisten nicht im Zentrum stehen, wie etwa der Gregorianische Choral – eine hochkomplexe Struktur, deren Tradition aber im Unterschied zu Beethovens Musik mündlich weitergegeben wurde.

Trotzdem haben Sie für die „Beethoven-Akademie“ eigens sogenannte Echo-Räume komponiert.
Das war eine Idee des Dirigenten François-Xavier Roth und seines Dramaturgen Patrick Hahn. Der Auftrag bestand darin, Lücken zwischen Beethoven und anderen Werken zu schließen.

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