Parov Stelar feierten Tourauftakt im Wiener Konzerthaus

Parov Stelar feierten Tourauftakt im Wiener Konzerthaus

04/17/2022

Dance-DJ Parov Stelar brachte Samstagabend den Großen Saal des WienerKonzerthauses zum Dröhnen und Beben.

Das Auftaktkonzert seinerausgedehnten Europa-Tour geriet erwartungsgemäß zum elektrisierendenOstertanz. Der altehrwürdige Saal war im Parterre unbestuhlt, somitkonnten sich die Fans zu den von einer siebenköpfigen Liveband“aufgemotzten“ Dance Beats ungehemmt austoben. Und sie taten das auchexzessiv, vornehmlich im synchronen Hüpfmodus.

Europatournee-Auftakt im Wiener Konzerthaus

„Ich sch…. mich jedesmal an, wenn ich nach Wienfahr'“, bekannte Parov Stelar-Mastermind Marcus Füreder insympathischer oberösterreichischer Offenheit in einer kurzen Musikpause.Diese Angst vor den grantelnden Wienernhabe er von seiner Oma seinerzeit in Linz „erlernt“. Nun:Allerspätestens nach dem fulminanten Abend im Konzerthaus sollte MarcusFüreder jegliche Hauptstadt-Ängste abgelegt haben – die Wiener Fans waren sicht- und hörbar begeistert.

„Vollgas“ bei Parov Stelar

Wobei ein Parov Stelar-DJ-Set so seine Eigenheiten hat: Es gibt keinerlei dramaturgischen Aufbau – vom ersten Ton an regiert „Vollgas“. Erholung wird den Fans – etwa durch eingestreute langsame Nummern – schlichtweg nicht gegönnt. Es geht eher darum, das Publikum umgehend in eine euphorische Dance Trance zu bringen – und permanent dort zu halten.

Soetwas kann sich ganz schnell abnutzen – nicht aber bei Parov Stelar:Obwohl der Wiedererkennungswert seiner Musik sehr hoch ist – bösartigeMenschen könnten formulieren: „Klingt eh alles gleich“ -, obwohl dieChoreographie der Show offensichtlich einem millimeter- undsekundengenauen Schema folgt, und das nicht nur beim Licht und denfantastischen Background-Digital-Effekten, sondern auch bei praktischjeder Bewegung der Bandmitglieder – das Gesamtwerk strahlt eine weitüber „Maschinenmusik“ hinausgehende Aktivität und Freude aus. Wobei livesicher noch die sehr ordentliche Band als Pluspunkt dazukommt.

Großes Finale beim Parov Stelar-Konzert im Wiener Konzerthaus

Wie beendet man nun aber so ein „Dance-Konzert“ mit einem vollen Saal vollaktivierter Fans? Auch hier hilft die Live-Partie: Als geplante letzte Zugabe überließ Marcus Füreder die Bühne gänzlich seinen Musikern, rührte die beiden MacBooks auf seinem DJ Tisch nicht an, und die Band spielte eingeleitet vom Ella Fitzgerald-Klassiker „Cry Me A River“ endlich auch „was Langsames“, um die Fans emotional wieder runterzuholen. Das war erstaunlich gut – hat aber nicht funktioniert: Als „Abspann“ zum Weggehen lief das tolle Video von „Fire“ aus 2015 – aber kaum jemand verließ den Saal. Also kamen Parov Stelar vollzählig noch einmal für eine allerletzte Nummer zurück auf die Bühne – was offenbar wirklich nicht eingeplant war, gab es doch keinerlei Lichteffekte mehr.

Am Ostersonntag spielt Parov Stelar noch eineShow im Wiener Konzerthaus, die allerdings bereits restlos ausverkauft ist.Dann geht es nach Griechenland, ehe es im Rahmen der Tour noch zweiweitere Chancen gibt, den Electro Swing-Meister in Österreich zuerleben: am 25. Juni bei der Kärntner Burg Hochosterwitz (HOWART.at) undam 30. Juli auf Burg Clam in OÖ. Derzeit geplantes Ende derausgedehnten Tour ist der 11. Februar 2023 in der O2 Brixton Academy inLondon.

(APA/red)

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