Nach Corona-Infektion: Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig hat Geschmack verloren

Nach Corona-Infektion: Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig hat Geschmack verloren

05/20/2021

München – Er ist Münchens bester Koch, neben seinem delikaten Können stressresistent und schwer aus der Ruhe zu bringen. Doch die Corona-Infektion stellte Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig (38, Atelier im Bayerischen Hof) vor eine nie da gewesene Herausforderung – er hatte seinen Geschmack verloren.

Jan Hartwig: Nach Erstimpfung an Corona erkrankt

Obwohl er seine Erstimpfung gegen Covid-19 schon bekommen hatte, erkrankte der Sterne-Star an Corona – und verlor plötzlich seinen Geschmacks- und Geruchssinn. Für ihn als Koch natürlich ein Drama, weshalb er zwischenzeitlich auch um seinen Job bangte. Das erzählte der Wahl-Münchner dem ehemaligen “GQ”-Chef Tom Junkersdorf in dessen Podcast “TOMorrow”.

Kein Geschmackssinn: “Es ist eine unfassbare Panik”

“Es ist eine unfassbare Panik, die da zum Vorschein kommt”, so Jan Hartwig. “Ich konnte nichts mehr schmecken, nichts mehr riechen, nichts mehr zuordnen. Wenn ich den Geschmack verloren hätte, wäre das das Aus für meinen Job gewesen. Das ist so, als wenn du einem Fußballspieler das Bein abschneidest”.

Der Star-Koch sagt, dass er alles versucht habe, um überhaupt irgendetwas zu schmecken: “Ich konnte keine Zahnpasta mehr schmecken. Ich konnte kein Parfum riechen. Ich habe mir Sachen in Mund gesteckt, nur um mal zu testen, wie schlimm ist es. Ich habe auf Pfefferkörner gebissen, nichts geschmeckt. Ich habe rohen Knoblauch gegessen: Ich habe nichts geschmeckt und da bekommst du Panik, definitiv.”

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Er habe sich “hilflos” gefühlt: “Du merkst ja nicht mal, wenn deine Bude brennt – weil du es nicht riechst. Das ist kompletter Blindflug. Ich hab Tee getrunken, kein Geschmack. Heiße Zitrone gemacht – aber du weißt nicht: Ist es Essig oder Zitrone? Dann hab ich ein Brot gegessen mit Gorgonzola, den Käse hab ich gar nicht geschmeckt, obwohl Gorgonzola ein ziemlich krasser Käse ist. Du bist total getrübt, merkst nicht mehr, was ist jetzt Realität? Du kannst deinen Sinnen nicht mehr trauen. Das war für mich extrem beängstigend.”

Geschmack nach drei, vier Tagen wieder zurückgekehrt

Nach drei, vier Tagen sei der Geschmack langsam zurückgekehrt, wie er “TOMorrow” sagt: “Mittlerweile erkenne ich den Unterschied zwischen Zimt und Kardamom. Gott sei Dank.”

Auch sonst habe ihn Corona sehr geschlaucht: “Ich hab das Gefühl gehabt, ich bin unfassbar kaputt. Du wachst auf und hast das Gefühl, du hast gar nicht geschlafen. Fühlst dich wie von einer Dampflok überfahren. Ich hatte Fieber, am ganzen Körper Muskelkater. Mir tat der Kopf weh – ich hatte Nervenschmerzen.”

Sonst schlafe er nie länger als sechs Stunden, mit Corona habe er “18, 19 Stunden geschlafen”. Jan Hartwigs Fazit: “Gott sei Dank ist es jetzt vorbei.”

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