Nilam Farooq: "Ich bin kein Fan der Frauenquote"

Nilam Farooq: "Ich bin kein Fan der Frauenquote"

10/07/2021

Durch ihre Rolle in der Krimiserie aus Leipzig wurde Nilam Farooq zu einer der gefragtesten Schauspielerinnen Deutschlands. Was ihr noch dabei geholfen haben könnte, hat sie t-online verraten.

Von 2013 bis 2019 war Nilam Farooq Teil der beliebten Krimireihe „SOKO Leipzig“, hatte auch einen Auftritt in der „Tatort“-Folge „Roomservice“ oder dem TVnow-Erfolg „8 Zeugen“. Bei Instagram folgen der ehemaligen YouTuberin gut 350.000 Menschen. Das muss man erst mal schaffen. Anteil an ihrem Erfolg könnte auch ihre direkte Art haben, wie sie im Interview mit t-online am Rande des Deutschen Filmpreises erklärt. 

„Ich gehe die Dinge viel selbstbewusster an als früher“, so die 31-Jährige. „Ich habe das Gefühl, dass ich mir dieses Selbstbewusstsein heute eher leisten kann, als vor ein paar Jahren. Ich bin an dem Punkt, dass ich gerne Konsequenzen in Kauf nehme, wenn ich das Gefühl habe, dass etwas nicht richtig ist.“

„Ich trete Leuten gerne auf die Füße“

Das müsste nicht jedem gefallen, doch gerade dieser Umstand freut die Schauspielerin. „Ich glaube, ich trete Leuten gerne auf die Füße“, sagt sie grinsend. „Ich habe eine Haltung und bin ehrlich. Aber: Wirklich große Konsequenzen habe ich dadurch keine erfahren. Das zeigt mir, dass ich auf einem richtigen Weg bin.“

Gerade als Frau in einer Branche, die seit den #metoo-Debatten erschüttert wurde, ist das eine starke Haltung. Im Interview mit t-online forderte Schauspieler Ulrich Matthes eine Frauenquote. Farooq steht dem eher ambivalent gegenüber.

„Das ist eine Diskussion, die man auf alles ausweiten kann“, so der frühere „SOKO“-Star. „Ich bin kein Fan der Frauenquote. Ich glaube aber, dass es sie braucht, um zu einer neuen Normalität zu finden. Wenn man dies eine Weile umsetzen würde und sieht, dass es gut funktioniert, dann sollte sich das von selbst regulieren.“

Für sie stehe fest, dass sie wie jede Frau nach ihrer Leistung bewertet werden möchte. „Für den jetzigen Zeitpunkt finde ich es wichtig, dass auch viele Männer dieses Problem sehen. Aber ich finde, wir Frauen stehen für uns alleine, da braucht es keine Extraeinladungen.“

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Mann-Frau-Probleme: „Es fängt bei Bezahlungen an“

Dennoch habe auch sie erlebt, dass Männer anders behandelt werden. „Es gab einige Situationen, in denen ich es als Mann leichter gehabt hätte. Diese Branche ist nicht losgelöst davon. Es fängt bei Bezahlungen an und geht über Gespräche, die man nicht führen möchte.“

Dennoch sei sie guter Dinge und merke, dass eine Veränderung stattfinde. „Man kann nicht nach zwei Jahren Diskussionen sagen, dass wir’s geschafft haben.“ Hoffen wir, dass sich dennoch in den nächsten zwei Jahren viel tun wird.

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