Sebastian Coe: Leichtathletik-Reformer und IOC-Kronprinz

Sebastian Coe: Leichtathletik-Reformer und IOC-Kronprinz

09/28/2021

Frankfurt/Main (dpa) – Für Sebastian Coe ist es in seinem Leben im Sport glänzend gelaufen. Als Mittelstreckler verbesserte er Weltrekorde am laufenden Band.

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Danach machte der eloquente Brite als Sportfunktionär eine steile Karriere, die mit der Präsidentschaft des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics den Endpunkt nicht erreicht haben dürfte. Sein 65. Geburtstag an diesem Mittwoch (29. September) könnte für ihn Startschuss für das Rennen um die Nachfolge von Thomas Bach als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees sein. Der britische Lord gilt längst als Kronprinz im IOC.

„Sebastian Coe ist ein sehr erfahrener und kompetenter Sportfunktionär, der aus meiner Sicht auch eines Tages an der Spitze des IOC stehen kann“, sagte Jürgen Kessing, Präsident der deutschen Leichtathleten. „Er bewegt sich in Funktionärskreisen ähnlich elegant und eloquent, wie er es schon als erfolgreicher Sportler war.“

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Die „New York Times“ hat ihn bereits im März zum „Frontrunner“, also zum Favoriten für das höchste Amt im Weltsport erkoren. Aber: Coe muss sich vorher entscheiden, ob er 2023 für seine letzte Amtszeit als Weltpräsident der Leichtathletik oder 2025 für den Topjob im IOC kandidieren will.

Immerhin ließ Bach, der Coe wegen dessen rhetorischen Geschicks „Shakespeare“ nennt, ihn nach seiner Wahl zum obersten Leichtathleten fünf Jahre bis zur Aufnahme ins IOC im Sommer 2020 warten. Der Grund: Als Geschäftsführer einer Sportmarketing-Agentur gab es einen Interessenkonflikt mit der Funktionärstätigkeit von Seb Coe. Zugleich war es auch eine Chance, den Rivalen auf Distanz zu halten.

Seine Laufbahn als Läufer begann 1977 mit dem Sieg über 800 Meter bei der Hallen-EM und endete 1990. Zwölf Weltrekorde stellte Coe in dieser Zeit auf und gewann bei den Olympischen Spielen 1980 und 1984 jeweils Gold über 1500 und Silber über 800 Meter.

Zwei Jahre später nutzte er seine Popularität als „Wunderläufer“ zum erfolgreichen Anlauf in die Politik: 1992 zog Coe ins englische Parlament ein. Im Jahr 2000 wurde der gebürtige Londoner in den Adelsstand („Baron Coe of Ranmore“) erhoben und erhielt einen Sitz im Oberhaus.

Als Cheforganisator der Olympischen Spiele 2012 in London verdiente er sich nicht nur weitere Meriten, sondern forcierte damit auch die Aufnahme in die Liste der „100 Makers of the 21st Century“ der britischen Zeitung „The Sunday Times“. Die Wahl zum Weltpräsidenten und zum Nachfolger von Lamine Diack 2015 war danach ein Selbstläufer.

Die ersten Jahre im Amt hingegen waren das Gegenteil: Nach der Aufdeckung des systematischen Dopings in Russland und der Korruptionsaffäre um den senegalesischen Vorgänger Diack erwies sich Coe als gewiefter Krisenmanager und Reformer des Weltverbandes.

„Es ist so viel besser, die Triebwerke an einem Jet zu behalten, als dass sie auf 11.000 Meter Höhe ausfallen. Der Hinweis, den ich immer Organisationen gebe, ist, für diesen Moment gewappnet zu sein“, begründete Coe die Notwendigkeit moderner Führungsstrukturen und warb für sein Modell World Athletics: Die Schwächen und Fehler seien nicht gleich sichtbar, aber die Zeit werde kommen.

„Er hat den Weltverband in einer der schwersten Krisen des Verbandes übernommen und aus meiner Sicht sehr gute Arbeit geleistet“, urteilte Kessing. Er lobte dabei Coes „große Transparenz bei der Aufarbeitung der Machenschaften Diacks und sein Standing in der Russland-Frage“. Im Dunkeln ist jedoch geblieben, warum Coe als Vizepräsident von 2007 bis 2015 nichts von den Betrügereien mitbekommen haben will.

Mit der grundlegenden Reform der Verbandsstrukturen, aber auch der Modernisierung der Wettkämpfe, der Formate und des internationalen Meeting-Kalenders hat Coe seine Kritiker jedoch verstummen lassen. Im jüngsten Jahresbericht von World Athletics unterstrich er, der Weltverband werde sogar gestärkt aus der Corona-Pandemie hervorgehen. „Drei Worte definieren 2020 für mich: Widerstandsfähigkeit, Mut und Flexibilität“, schrieb Coe – vielleicht beschreibt dies auch ihn selbst ganz gut.

„Sebastian Coe hat bei allen Problemen nach wie vor die Reformen nicht aus dem Auge verloren“, meinte Kessing. Grundsätzlich liege ihm am Herzen, die Leichtathletik weiter zu modernisieren und zu entwickeln und nicht zu verwalten: „Er hat auch erkannt, dass die Attraktivität der Leichtathletik sehr hoch sein muss, um im telegenen Wettstreit mit anderen Sportarten bestehen zu können.“

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