"The Northman": Warum die Rache-Odyssee mehr als einen Blick wert ist

"The Northman": Warum die Rache-Odyssee mehr als einen Blick wert ist

04/20/2022

"The Northman": Warum die Rache-Odyssee mehr als einen Blick wert ist

Ab dem 21. April im Kino

Ab 21. April geht Alexander Skarsgård (45) in „The Northman“ auf blutige Rache-Odyssee. Er tut dies in einem Film, der nicht zuletzt aufgrund des Casts für Aufhorchen sorgt – denn unter anderem kehren auch noch Nicole Kidman (54), Ethan Hawke (51), Willem Dafoe (66) und Anya Taylor-Joy (26) ihre inneren Nordmänner und -frauen nach außen. Noch spannender als der Blick auf Skarsgårds Wikinger-Waschbrett ist, es mag kaum zu glauben sein, jener auf den Regiestuhl.

Jahre sind vergangen, seit Wikingerkönig Aurvandil (Hawke) bei einem Anschlag hinterrücks ermordet wurde. Sein Sohn Amleth (Skarsgård), der als Kind Zeuge der blutigen Tat war, kehrt schließlich körperlich gestählt nach Island zurück. Er ist entschlossen, unbarmherzig Vergeltung zu üben, seine Mutter Gudrun (Kidman) zu retten und den Mörder Fjölnir (Claes Bang, 54) zur Rechenschaft zu ziehen.

Mit Robert Eggers (38) hat sich einer der interessantesten Regisseure der vergangenen Jahre dem blutrünstigen Stoff gewidmet. Schon mit Anfang 30 und seinem Erstlingswerk „The Witch“ von 2015 hat er eindrucksvoll bewiesen, atmosphärisches Kino bieten zu können, das die Zuschauer komplett in eine andere Zeit und Welt zu saugen vermag. Bei „The Witch“ war es das unbarmherzige 17. Jahrhundert – fehlgeleiteter Glaube und eine Hexenjagd als Horror inszeniert.

Stilistisch noch einen obendrauf setzte er 2019 mit dem ungewöhnlichen Schwarz-Weiß-Film „Der Leuchtturm“. In dem verfielen zwei ungleiche Leuchtturmwärter Ende des 19. Jahrhunderts, großartig dargestellt von Willem Dafoe und Robert Pattinson (35), zunehmend dem Lagerkoller (und dem Wahnsinn). Trugen sich „The Witch“ und „Der Leuchtturm“ noch kammerspielartig mit wenigen Darstellerinnen und Darstellern an einem bestimmten Ort zu, darf sich Eggers mitsamt seiner Tugenden im Gepäck jetzt dank „The Northman“ endlich auch in größerem Maßstab austoben.

Und das tut er auf epochale Weise, erzählerisch, optisch und bildsprachlich. Verrat und Intrige, Sühne und Vergeltung, Schlachten und Mystik – eine Wikinger-Geschichte im Shakespeare-Gewand.

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