Aus dieser klaustrophobischen Atmosphäre musste Diana fliehen

Aus dieser klaustrophobischen Atmosphäre musste Diana fliehen

09/03/2021

Was als Märchen begann, endete dramatisch: Das Leben von Prinzessin Diana lieferte den Stoff für “Spencer”. Nun hatte der Film mit Kristen Stewart in der Hauptrolle beim Festival in Venedig Premiere – und wurde gefeiert.

“Spencer”, wie der Film angelehnt an Dianas Mädchennamen heißt, erzählt von den Weihnachtsfeiertagen 1991. Die britische Königsfamilie kommt in Sandringham House zusammen, neben Diana und Charles sind die Queen und die beiden jungen Söhne William und Harry dabei. Doch was besinnliche Ferien sein könnten, soll hier zum Wendepunkt in Dianas Leben werden: Sie entschließt sich zur Trennung von Charles und damit auch, ihr Leben im engen Korsett als Royal aufzugeben.

Szenen aus dem Film und von der Premiere können Sie im Video oben oder hier sehen.

Kristen Stewart: “Ich kenne das Gefühl”

Tatsächlich konnte sich Stewart in gewisser Hinsicht mit Dianas Erfahrungen identifizieren, wie sie am Freitag in Venedig erzählte. Immerhin sorgten die Beziehungen und Trennungen des “Twilight”-Stars in der Vergangenheit ebenfalls immer wieder für Schlagzeilen. “Ich kenne das Gefühl, dass man eine Situation nicht kontrollieren kann oder wie Menschen über dich denken.” Wenn man sich in die Ecke gedrängt fühle, sei es normal, die Zähne zu zeigen. Bei Diana bewunderte sie, wie diese “ihr Herz auf der Zunge trug”, sagte Stewart. Sie steche mit einem Funkeln hervor, es habe nicht viele Menschen wie sie gegeben.

Auch der chilenische Regisseur Pablo Larraín konzentriert sich in seinem, unter anderem in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gedrehten Film völlig auf die Figur von Diana. Fast jede Einstellung ist ihr gewidmet, andere Personen kommen nur selten vor. Damit ruht die gesamte Last des Films auf der 31-jährigen Kristen Stewart.

Kristen Stewart als Prinzessin Diana: “Spencer” feierte bei den Filmfestspielen Venedig Premiere.(Quelle: KomplizenFilm/DCM/dpa)

Die blonden Haare, der markante Verlobungsring, die leicht gebeugten Schultern: Optisch überrascht die Ähnlichkeit, mit der die US-Amerikanerin die Ikone verkörpert. Ihrem Spiel ist auch anzumerken, wie sehr sie sich mit Dianas Bewegungen und Gesten auseinandergesetzt hat.

“Dass man aus dieser Welt ausbrechen möchte, überrascht nicht”

Spannend ist außerdem, wie Larraín, der mit “Jackie” bereits ein Drama über die Präsidentengattin Jacqueline Kennedy vorlegte, eine zunehmend klaustrophobische Atmosphäre kreiert. Für jedes Dinner, jedes Treffen hängen Dianas Kleider bereit, die Familie folgt einem festen Zeitplan. Alle Angestellten scheinen Diana zu beobachten, irgendwann werden selbst ihre Gardinen zugenäht. Dass man aus dieser Welt, dieser Enge ausbrechen möchte, überrascht einen beim Zuschauen nicht.

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Dennoch sind diese Erzählweise und der Fokus auf Diana auch die Schwäche des Films. Letztendlich kann Stewart den Film nicht über die gesamte Länge tragen – dennoch bleibt nach Filmende hängen, wie gefangen und verzweifelt sich ihre Figur gefühlt haben könnte.

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