"Benehmt Euch wie Kinder": Frank Rosin treibt Gastro-Ehepaar die Tränen in die Augen

"Benehmt Euch wie Kinder": Frank Rosin treibt Gastro-Ehepaar die Tränen in die Augen

08/06/2021
  • Horror-Renovierung, Herzinfarkt und Corona-Stillstand!
  • Dem Gasthaus “An(Gerich)tet” im bayerischen Neuötting droht das Aus.
  • Da helfen nur noch Frank Rosin und sein lakonisches Motto: “Sexy sexy, lecker lecker!”

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“Ein wunderschöner Tag in Neuötting!” meldet sich Gastro-Allzweckwaffe Frank Rosin in schnarrender Dorstener Mundart von seinem aktuellen Rettungseinsatz für die Kabel-Eins-Reihe “Rosins Restaurants – Ein Sternekoch räumt auf!” – “Hier habe ich schon als Kind Urlaub mit den Großeltern gemacht.”

Viele Jahre und zwei Sterne später will der Kulinarik-Coach mitten im schönsten Bilderbuch-Bayern den Niedergang eines Lebenstraums verhindern. 2019 kündigte das Ehepaar Alexandra und Robert Gerich seine Jobs und übernahm eine leerstehende Immobilie, um sie in ein gutbürgerliches Restaurant zu verwandeln – “irgendwo zwischen bayerischem Wirtshaus und österreichischer Buschenschenke”.

Frank Rosin staunt über die “Teufelssoße”

Nach Monaten aufreibender Renovierung, die das Paar samt Familie an den Rand der Verzweiflung und Robert mit Herzinfarkt ins Krankenhaus brachte, öffnete das “An(Gerich)tet”. Dann kam Corona.

Seither nur noch Warenstapel im Gastraum, ein schnell improvisierter und lediglich mit Zetteln ausgewiesener Abholservice und fast völliger Stillstand bei Energie, Motivation und Kontostand.

Das sind die Restaurants der TV-Köche

Dazu der Kochstil des gelernten Metzgers Robert, der 30 Jahre im Sicherheitsdienst arbeitete und jetzt auf vermeintlich Bewährtes setzt: Fleisch und Sättigungsbeilagen in riesigen Mengen, dazu “Teufelssoße”, ein fatales Gemisch aus warmer (!) Mayonnaise mit Ketchup und Knoblauchgewürz. “Da gibt’s den Internisten gleich dazu”, seufzt Frank Rosin.

Metzger Gerich: “Das habe ich immer schon so gemacht”

“Das habe ich immer schon so gemacht”, verteidigt der 50-jährige Gerich seine eigenwilligen Schnippel-, Würz- und Röstmethoden, die Rosin an den Rand des Wahnsinns treiben.

“Kartoffelsalat wie Püree, Knödel zum Fenstereinschlagen, Kaiserschmarrn wie Moltofill – wo ist hier sexy sexy, lecker lecker?” Die Speisen würden “auf brutalste Weise rausgeschleudert”, es fehle das Verlockende. “Man kann Jeans tragen oder ein Abendkleid anziehen”, wendet sich der Sternekoch an Alexandra Gerich.

Diese trägt Jeans und weiß um die Sturheit ihres Ehemannes: “Der ist halt beratungsresistent.” “Stimmt doch gar nicht”, protestiert dieser, wird aber still, als Rosin zur Tirade ansetzt.

“Bei allem Respekt: Ihr werdet hier gerade alt und grau wie Steine, aber benehmt euch wie kleine Kinder”, wettert der. Das ist der Rest für das ohnehin am Boden liegende Selbstbewusstsein der Gerichs.

Mit Tränen in den Augen geben die Gastronomen da klein bei: “Wir wissen, dass wir lernen müssen.” Und sobald die Meister-Lernwilligen-Balance wieder hergestellt ist, kann das Rettungsteam loslegen.

Harsches Urteil von Frank Rosin: “Viel zu viel und geschmacklich langweilig”

Denn sie können einem schon leid tun, die leidgeprüften Gerichs, die ihre Hilfebedürftigkeit sichtlich einiges kostet: Wie soll ein coronabedingt nur in Schachteln lieferbares Gericht schon verführen?

Vor aufwendigeren Zutaten und Verpackungen hat das Paar Angst: Wird ihnen die Kundschaft bei einer Preiserhöhung nicht endgültig abspringen? Robert und Alexandra versuchen, es mit Menge auszugleichen – doch den Testessern läuft bereits beim Öffnen die Soße auf den Tisch. “Viel zu viel und geschmacklich langweilig”, lautet das einhellige vernichtende Urteil.

Das Gegenmittel des begrenzt empathischen, aber umso pragmatischeren Rosin: keine Angst, dafür Raffinesse. Parmesan und ein paar Kräuter in die Knödel, Apfel und Stangensellerie in den Kartoffelsalat, Rote-Beete-Farbe für das Auge, hier und da ein Rosmarinzweig. In Form eines neuen Ofens kommt noch ein “Ferrari für die Küche”, dazu eine Schnellrenovierung des ratlos vollgestopften Foyers zu einem einladenden Gastraum.

“Rosins Restaurants”: Neue Karte, neues Leuchten in den Augen

Alles blitzblank und garniert, doch das Schönste ist ein neues Leuchten in den Augen der Gerichs, ein ungläubiges Staunen über die eigenen Möglichkeiten und das Aufflackern ihres einstigen Aufbruchsgeistes. Ihnen selbst schmeckt es jetzt besser, alles ist frischer, gesünder, sinnlicher.

Aus Rosins “Messer im Rücken” (Robert Gerich) ist nicht nur in puncto Knödel etwas Neues, “Fluffiges” (Rosin) geworden. “Sexy sexy, lecker lecker”: Flambierter Kaiserschmarrn mit Calvados, Edelpilzrahm, Salat mit Grillgemüse. Und wer es braucht, findet auf der Karte nach wie vor den “Schlemmertoast mit Teufelssoße”. Wahlweise mit Schwein oder Huhn – und immer mit Pommes. © 1&1 Mail & Media/teleschau

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