Die Wiederauferstehung des Slasher-Horrors

Die Wiederauferstehung des Slasher-Horrors

10/20/2021

Das Gruselfest Halloween steht vor der Tür – und mit ihm Maskenmörder Michael Myers. Ab 21. Oktober, genau zehn Tage bevor kleine Schreckgespenster Süßes verlangen und Saures androhen, startet "Halloween Kills" in den deutschen Kinos. Mit dem Comeback des unaufhaltsamen Psychopathen, der Jamie Lee Curtis (62) bereits in den 70er Jahren bach dem Leben trachtete, setzt sich ein Trend fort. Einer, der 2018 durch den Auftakt der dreiteiligen "Halloween"-Neuauflage selbst eingeläutet wurde. Der Slasher feiert einmal mehr seine Renaissance – und mit ihm seine berühmtesten Scheusale.

Zugegeben, ganz totzukriegen war das Horror-Subgenre nie. Dafür ist dessen Definition – ein Mörder geht mit Messer, Beil, Kettensäge und Co. auf die Jagd nach zumeist halbstarken Teenagern – zu breit gefächert. Aktuellere Vertreter, etwa "Freaky" oder "Happy Deathday", wählten aber eine humoristische Herangehensweise an das Genre. Für wahre Gänsehaut müssen die altbekannten Slasher-Größen sorgen.

„Candyman“

Erst Ende August 2021 kehrte nach fast 30 Jahren Leinwand-Abstinenz der "Candyman" zurück. Als urbane Legende geboren, tötet der Killer mit Haken statt Hand jeden, der es wagt, fünfmal seinen Namen vor einem Spiegel aufzusagen. Doch seine Hintergrundgeschichte war schon im Original von 1992 eine tragische: Weil er als schwarzer Mann eine weiße Frau liebte, ließ ihn deren Vater grausam hinrichten. Der "spirituelle Nachfolger" von 2021 bediente sich dieser Thematik und nahm sich den noch immer aktuellen Missständen wie systematischen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze an.

„Chucky – Die Mörderpuppe“

Unter dem US-amerikanischen Originaltitel "Child's Play" kehrte 2019 ein Killer zurück, der auch deutschen Nicht-Horrorfans als "Chucky – Die Mörderpuppe" ein Begriff sein dürfte. Einmal mehr erwacht darin ein harmloses Kinderspielzeug zum Leben. Im Original wurde noch der Geist eines Serienkillers in die Puppe transferiert, im Streifen von 2019 drehte in bester "Westworld"-Manier die künstliche Intelligenz durch. Das Resultat war jedoch dasselbe: unzählige Opfer, möglichst kreativ um die Ecke gebracht.

„Scream“

Die "Scream"-Reihe von Wes Craven (1939-2015) ließ Ende der 90er Jahre schon einmal das Slasher-Genre neu aufleben. Das hatte sich zuvor mit unzähligen und unglaublich schlechten "Halloween"-, "Freitag der 13."- und "Nightmare on Elm Street"-Fortsetzungen eindrucksvoll selbst gekillt. Doch Cravens selbstreflektierter Ansatz mit "Scream" hatte Erfolg und hauchte dem Slasher neues Leben ein. Ob das "Scream 5" auch gelingen wird? Am 13. Januar 2022 will das Ghostface einmal mehr Sidney Prescott (Neve Campbell, 48), Dwight Riley (David Arquette, 50) und Gale Weathers (Courteney Cox, 57) an die Gurgel.

„Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“

Einer der Nachahmer von "Scream", der 1997 in dessen Fahrtwasser schwamm, war der Streifen mit dem sperrigen Namen "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" – von der Fortsetzung "Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast" ganz zu schweigen. Statt Messer schwang der vermummte Killer darin einen Haken, Freddie Prinze junior (45) machte das Ganze auch nicht unbedingt besser. Seit diesem Oktober ist der letzte Sommer einmal mehr in aller Munde, allerdings in Serienform auf Amazon Prime Video. Wieder hat eine Gruppe Jugendlicher einen Autounfall. Wieder beschließt man, nichts den Behörden zu melden. Und wieder nimmt ein Jahr nach der Tragödie ein Unbekannter Rache.

„Halloween“

Weil die eigentlichen Fortsetzungen von "Halloween" aus dem Jahr 1978 eher qualitativ das Fürchten lehrten, wurde 2018 beschlossen, sie einfach zu ignorieren. Der gleichnamige Neustart schloss somit genau 40 Jahre nach dem Original an, wieder war Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) das Hauptziel des stoischen Michael Myers. "Halloween Kills" erzählt ab 21. Oktober die Geschichte nahtlos weiter, seinen Abschluss soll das Comeback im Oktober 2022 mit "Halloween Ends" finden. Ob es das dann wirklich mit Michael Myers gewesen sein wird? Wir sprechen uns spätestens in 40 Jahren wieder.

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