"Eine Ikone verschwindet aus unseren Wohnzimmern"

"Eine Ikone verschwindet aus unseren Wohnzimmern"

12/31/2021

Von Anfang 2003 bis Ende 2021 präsentierte Claus Kleber das „heute journal“. Am Donnerstagabend verabschiedete er sich. Das bekannte ZDF-Gesicht hatte viele Fans, aber auch einige Kritiker.

Überblick
  • „Er moderierte immer mit viel Herz und Gefühl“
  • „Er wirkt auf mich arrogant, besserwisserisch und bevormundend“
  • „Seine Weltgewandtheit war sein Aushängeschild“
  • „Nicht die Art von Journalismus, der als Vorbild taugt“
  • „Das ging mir doch gehörig auf die Nerven“
  • „Eine Moderatorenikone verschwindet aus unseren Wohnzimmern“
  • „Kleber, eine unwiederbringliche Institution“
  • „Seit Jahren zum Lehrmeister entwickelt“
  • „Noch nie so einen charmanten Moderator erlebt“

Seine langjährige Moderatorenkollegin Gundula Gause fand rührende Worte zum Abschied, und die Redaktion des „heute journals“ produzierte sogar einen kleinen Videobeitrag ihm zu Ehren: Claus Kleber wird seinen Kollegen fehlen, das wurde in seiner letzten Sendung vom Donnerstagabend deutlich.

Auch viele Zuschauer werden den Neurentner vermissen. Über sechs Millionen schalteten ein, um seine letzte Sendung zu verfolgen – ein für ein Nachrichtenmagazin außergewöhnlich hoher Wert und das meistgesehene Format des Tages. Die Mehrheit der vielen Leserstimmen, die t-online erreichten, fand lobende Worte für den ehemaligen Moderator. Es meldeten sich aber auch einige bei uns, die keine Fans des 66-Jährigen waren.

„Er moderierte immer mit viel Herz und Gefühl“

t-online-Leser Kay von Pritzbuer schreibt: „Ich habe Herrn Kleber als Moderator des ‚heute journals‘ sehr gerne gesehen. Er moderierte immer mit viel Herz und Gefühl. Ich habe mir jedes ‚heute journal‘, das er moderierte, angesehen. Ich wünsche Herrn Kleber viel Glück und Gesundheit und einen guten Rutsch ins Jahr 2022.“

„Er wirkt auf mich arrogant, besserwisserisch und bevormundend“

t-online-Leser Klaus Hemb fand den Journalisten früher gut, „er wirkte sachlich und neutral“. Doch in den letzten Jahren habe sich das „stark gewandelt“, meint unser Leser. „Heute wirkt er auf mich oft arrogant, besserwisserisch und bevormundend. Seine Art, Nachrichten zu präsentieren, fand ich nicht mehr neutral. Aus einer moralischen Überlegenheit heraus kommentierte er schon gleich beim Berichten die Nachrichten aus seiner eigenen Sichtweise und für mich auf eine Art und Weise, die keinen Widerspruch zuließ.“

„Seine Weltgewandtheit war sein Aushängeschild“

„Ich bedanke mich bei Claus Kleber für die souveräne und objektive Präsentation der positiven, aber meistens auch negativen Nachrichten aus aller Welt“, schreibt t-online-Leserin Cornelia Felger und führt aus: „Seine Sprache war verständlich für jedermann und streckenweise auch empathisch. Seine Weltgewandtheit war sein Aushängeschild, die aber nie arrogant, besserwisserisch oder belehrend gegenüber den Zuschauerinnen und Zuschauern demonstriert wurde.“

Claudia Felger hält den Nachrichtensprecher „für einen objektiven und in seinem Berufsethos tief verwurzelten, um die Ehrlichkeit bemühten Journalisten. Ich wünsche Herrn Kleber alles Gute für seinen weiteren Lebensweg.“

„Nicht die Art von Journalismus, der als Vorbild taugt“

Eine gänzlich andere Meinung vertritt t-online-Leser Roland Loch: „Ebenso wie seine Kollegin Slomka hat sich Claus Kleber für mich zunehmend von den Grundwerten eines unabhängigen, wirklich kritischen und hinterfragenden Journalismus entfernt.“

Roland Loch findet: „Seine Beiträge ließen latent eine parteiische und oft auch suggestive, belehrende und arrogante Haltung erkennen. Nicht die Art von Journalismus, den ich mag oder der als Vorbild taugt.“

„Das ging mir doch gehörig auf die Nerven“

t-online-Leser Oliver Kaschel sagt, Claus Kleber habe sich als Profi zu oft Versprecher geleistet und genuschelt. „Das ging mir doch gehörig auf die Nerven.“

„Eine Moderatorenikone verschwindet aus unseren Wohnzimmern“

t-online-Leser Wilfried Goerke hingegen mochte das: „Seine relativ hohe Fehlerquote bei den Versprechern machte ihn eher sympathisch.“ Er findet: „Eine Moderatorenikone verschwindet aus unseren Wohnzimmern, schade eigentlich.“

„Kleber, eine unwiederbringliche Institution“

Auch t-online-Leserin Anne Miedler spricht nur Lob aus: „Kleber, eine unwiederbringliche Institution für mich und meine Schüler. Als im Sommer laut wurde, Kleber gehe, sagten viele von ihnen: Merkel geht, Kleber weg, die Welt gerät aus den Fugen.“

Weiterhin äußert Anne Miedler, die sich als „Sprecherin seiner Fans“ sieht: „Kleber hat mit seinen Interviews, seinen klugen Fragen wesentlich dazu beigetragen, Politik zu verstehen. Seine Filme mit Blick auf die Benachteiligten dieser Welt haben betroffen gemacht und zum Handeln aufgerufen. Danke dafür!“

„Seit Jahren zum Lehrmeister entwickelt“

t-online-Leser Matthias Biesel hat hingegen keine guten Erfahrungen mit ihm gemacht: „Persönlich habe ich Herrn Kleber bei einer Veranstaltung im Gebäude des SWR in Freiburg kennengelernt. Er hat dort einen Vortrag gehalten und danach konnten wir uns mit ihm unterhalten. Der Vortrag war interessant – das Gespräch nachher eine einzige Enttäuschung.“

Die Arroganz Klebers seinem Gesprächspartner gegenüber habe Matthias Biesel befremdet. „Bis dahin habe ich ihn im ‚heute journal‘ als Nachrichtensprecher und Moderator gesehen. Seit Jahren allerdings hat er sich zum Lehrmeister eines ‚verdummten‘ Publikums entwickelt.“

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„Noch nie so einen charmanten Moderator erlebt“

„Ich bin im 83. Lebensjahr und habe noch niemals einen so charmanten und ausdrucksstarken Moderator und Redakteur erlebt, wie es Claus Kleber ist“, lobt t-online-Leser Bernd Krüger. „Ich werde ihn mit seinen Kommentaren und aufklärenden Sätzen sehr vermissen. Er hatte immer etwas ganz Besonderes und auch Persönliches seinen Berichten hinzuzufügen, die ihn besonders auszeichneten, aber auch liebenswürdig machten.“

Abschließend gibt Bernd Krüger dem langjährigen ZDF-Gesicht mit auf den Weg: „Ich wünsche Herrn Kleber einen wohlverdienten Ruhestand, der sicherlich für ihn auch sehr abwechslungsreich sein wird, denn er wird immer wieder nach neuen Themen suchen und mitmischen wollen.“

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