Lisa Fitz sorgt mit Corona-Aussagen in SWR-Show für Wirbel

Lisa Fitz sorgt mit Corona-Aussagen in SWR-Show für Wirbel

12/18/2021

In der Sendung „Spätschicht“ ließ sich die Kabarettistin über „Panikmache“ während der Corona-Pandemie und angeblich tödliche Folgen von Covid-19-Impfstoffen aus. Der Sender hält trotzdem an dem Beitrag fest.

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde eine neue Folge der Sendung „Spätschicht“ ausgestrahlt. Auch Kabarettistin Lisa Fitz hatte einen Auftritt auf der TV-Bühne, der unter dem Titel „Lisa Fitz vs. Jens Spahn“ bereits seit Tagen in der SWR-Mediathek abrufbar ist. Darin äußert sich die 70-Jährige zur aktuellen Corona-Pandemie – und sorgt mit ihren Aussagen für jede Menge Wirbel.

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So wettert Fitz, es gebe in Deutschland „ein Prozent Panikmacher, die 99 Prozent Lemminge steuern.“ Es werde „geboostert und geroostert und geschustert“, spottet sie und mahnt: „Nach Delta und Omikron kommt die Xanthippen- und die Zombie-Mutante aus Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Dings-was-weiß-ich-vergiss-es-dann. Hauptsache, die Panik bleibt frisch.“

Statt auf die „schwerwiegenden Nebenwirkungen von Covid-19-Impfstoffen“ hinzuweisen, werde auf die Ungeimpften „eingeprügelt“, erzählt Fitz und behauptet: „Für 5.000 Menschen waren die Folgen der Covid-Impfstoffe tödlich.“

Laut der Recherchen der Zeitung „taz“, die zuerst berichtete, habe die Kabarettistin die eindeutigen Falschinformationen einem Entschließungsantrag der rechtsextremen französischen EU-Politikerin Virginie Joron vom September entnommen. Joron wiederum stützte sich demnach auf eine Internetseite, auf der Privatleute vermeintliche Impffolgen melden, ohne dass eine wissenschaftliche Prüfung erfolgte.

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„Vorwurf der Zensur versus Meinungsfreiheit“

In den sozialen Medien bekommt die 70-Jährige viel Gegenwind. Neben Lisa Fitz wird aber vor allem auch der Sender für die Ausstrahlung der Folge kritisiert. Doch der SWR hält weiterhin daran fest. Der Grund: „Meinungsfreiheit“, wie eine Sprecherin auf Nachfrage von t-online mitteilte. Man sei sich bewusst, dass „der Text zugegebenermaßen insbesondere in seiner Wirkung schwierig“ sei, heißt es.

Doch „in der Abwägung von einem möglichen und erwartbaren Vorwurf der Zensur versus Meinungsfreiheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben wir uns bewusst dazu entschieden, diesen Text zu senden, um die Pluralität der vorkommenden Meinungen in der ‚Spätschicht‘ zu beweisen“, lässt der Sender wissen. Aus diesem Grund „werden auch die Themen Fake News und Impfskepsis von anderen Künstler:innen in der Sendung aus der gegenteiligen Perspektive besprochen“.

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Weil das Thema „Impfen“ derzeit sehr heikel sei, habe Moderator Florian Schroeder bereits zu Beginn der Sendung erklärt: „Den Öffentlich-Rechtlichen wird ja häufig vorgeworfen: alles eins, immer die gleichen Meinungen, keine Vielfalt, immer seid ihr euch einig.“ In der „Spätschicht“ werde hingegen Wert auf Meinungsvielfalt gelegt. „Und deshalb folgt jetzt eine Meinung, die ich persönlich absolut nicht teile und die trotzdem hier stattfinden darf“, distanzierte er sich selbst jedoch umgehend von den Aussagen, die Lisa Fitz im Anschluss tätigte.

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