Sonja Zietlow war der Hase – so hat sie Ruth Moschner hinters Licht geführt

Sonja Zietlow war der Hase – so hat sie Ruth Moschner hinters Licht geführt

04/29/2020

In der Finalshow von “The Masked Singer” wurde Sonja Zietlow als Hase demaskiert. Um sich nicht selbst zu verraten, musste sie ihre Freundin Ruth Moschner hinters Licht führen. 

“The Masked Singer”: Sonja Zietlow war der Hase

Frau Zietlow, Ruth Moscher konnte ihren Augen nicht trauen, als Sie als Hase demaskiert wurden. Sie beide waren ständig in Kontakt. Wie haben Sie sie hinters Licht geführt?

Ich habe versucht, sie nicht direkt zu kontaktieren, sondern über ihre Maskenbildnerin, die auch meine Maskenbildnerin ist. Als ich noch auf Mallorca war und da geritten bin, habe ich die Hintergrundgeräusche mit dem Handy aufgenommen und habe dann am Dienstag – wo sie ja genau weiß, dass da Probe ist – die Hintergrundgeräusche auf einem Handy laufen lassen und mit einem anderen Handy eine Sprachnachricht aufgenommen. Dann klapperte es im Hintergrund, es gab Windgeräusche. Sie weiß, wie ich lebe und wenn ich auf Mallorca bin, laufen die Hunde rum, die hört man.

Aber sie war schon misstrauisch?

Ruth fragte dann nach einem Foto vor einer mallorquinischen Sehenswürdigkeit mit einer aktuellen Tageszeitung. Da habe ich nur gesagt, würde ich ja gerne machen, darf man aber nicht. Wir haben Ausgangssperre. Und wir haben hier ganz andere Probleme. Ich habe getan, als dürfte ich gar nicht von der Insel.

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Hatten Sie vor “The Masked Singer” Erfahrung mit Gesang?

Überhaupt nicht. Ich war die Letzte, die angefragt wurde und die dazugekommen ist. Ich hatte zweimal via Skype ein Vocal Coaching und dann immer nur vor der jeweiligen Show. Ich habe mich zuhause auch gar nicht getraut, zu singen, weil ich immer gedacht habe, die Armen, wenn ich hier rumschreie. Deswegen habe ich immer im Auto gesungen, das aufgenommen und dann abgespielt und geübt. Sonst habe ich mich geschämt.

Darf man sich mit den anderen Stars austauschen?

Nein, gar nicht. Wir werden komplett voneinander abgeschirmt. Wenn man mal auf Toilette muss, muss man sich diese Sturmhaube aufziehen und es wird geguckt, ob der Gang frei ist. Man darf gar nicht reden. Als ich gestern demaskiert wurde und auf die anderen getroffen bin, habe ich weiter ganz leise geredet, weil das schon so drin war, weil man nie reden durfte. Man kann immer nur über jemand anders kommunizieren.

Die kleine Fehde mit Rea Garvey haben Sie ja noch im Anschluss der Show aus der Welt geschaffen. Hat er Sie getroffen mit der Kritik?

Er hatte ja absolut recht. Auf der einen Seite war es lustig und es ist auch richtig, dass einer im Rateteam seine Meinung sagt. Aber manchmal dachten mein Mann und ich schon: “Mann, Rea, was sagst du denn da!” Aber ich habe mir da auch einen Spaß draus gemacht. Und vielleicht hat es mir auch geholfen, weil die Leute für den Hasen einen Beschützerinstinkt entwickelt haben.

Können Sie denn jetzt überhaupt zurück nach Mallorca?

Ich wohne da nur über den Winter. Ich habe in der Zeit, in der die Show pausiert wurde, dort die Segel abgebrochen. Es war sehr kompliziert, zurückzukommen, mit drei Hunden in der Kabine. Ich habe die Stewardess kontaktiert und die den Kapitän. Es war alles so verwirrend, keiner kennt die Regeln. Der Kapitän hat dann versichert, dass sie niemanden zurücklassen. Mein Auto habe ich per Spedition bringen lassen. Unter normalen Umständen fahren wir mit dem Auto, mit der Fähre, über Barcelona. Mein Pferd ist noch auf der Insel und bleibt auch dort.

Gregor Meyle hatte Corona, weshalb die Show unterbrochen wurde. Hatte man da als Teilnehmer Angst?

Ich persönlich hatte keine Angst, mich anzustecken. Aber ich stand sowieso schon unter Quarantäne auf Mallorca. Ich hatte nur zu meiner Haushälterin und den Tieren Kontakt. Und ich bin ganz früh schon mit Maske geflogen und gereist, um andere zu schützen. Viele Menschen haben Angst. Aber ich bin das Risiko schlicht nicht eingegangen. In der Show haben wir immer Masken auf, tragen Handschuhe. Abstand, Abstand, Abstand – deshalb hatte ich persönlich überhaupt keine Bedenken.

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Sie haben ja bereits Stellung bezogen zu ihrem viel diskutierten Facebook-Posting und dem Hass danach. Wie bewerten Sie die aktuelle Lage emotional und als jemand, der in der Öffentlichkeit steht?

Das Einzige, was ich dazu noch sagen möchte: Ich finde, Corona könnte jetzt mal die Düse machen. Ich habe sehr viel über Social Media nachgedacht. Und auch darüber in der Position zu sein, als Künstler auf der Bühne bewertet zu werden. Kritiklos zu kritisieren, einfach irgendwas rauszuhauen über Menschen, ungefiltert – das ist etwas, was mich in dieser Zeit so getroffen hat. Wie man sich gegenseitig aufs Übelste diffamiert. Ich wünsche mir viel mehr Diskussionsoffenheit, um die Meinungen anderer zu hören ohne sie direkt zu verurteilen. Man sollte sich fragen, was bei den Leuten dahintersteckt. Warum hat der eine Angst, der andere gar keine Angst? Da stecken bunte Meinungen dahinter und es sollte in unserem Land und dem Rest der Welt bunt bleiben. Eine graue Welt, in der jeder das Gleiche denkt und fühlt, ist aus meiner Sicht nicht wünschenswert.

Würden Sie zurückkehren zu Facebook?

Ich habe ein privates Profil unter einem anderen Namen, wo ich ohnehin schon mit Freunden Dinge teile. Das ist sehr witzig, weil man sich da mit Leuten auf eine Ebene begibt, mit denen einen etwas verbindet. Wenn man da unterschiedlicher Meinung ist, wird ganz anders argumentiert. Es geht nicht mal um Meinungen, sondern fast schon an Glauben. Und wenn ich an den heiligen Bim Bam glaube, ist das meine Sache.

Vermutlich ist die Anonymität Teil des Problems.

Absolut. Und die Medien machen teilweise ja auch mit. Das Problem ist, dass viele nur die Schlagzeilen lesen und sich gar nicht überlegen: Wie komme ich an eine Information, wer gibt mir die Information und aus welchem Grund bekomme ich diese Information? Man muss viele zufrieden stellen und darf sich trotzdem nicht verkaufen, das kennen wir alle im Medienbereich. Im Dschungel habe ich immer versucht, gerade diejenigen in Schutz zu nehmen, die oft oberflächlich beurteilt wurden. Micaela Schäfer zum Beispiel habe ich als eine ganz vornehme, feine, freundliche Frau kennengelernt. Ich habe mir immer vorgestellt, sie stünde im Abendkleid vor mir, auch wenn sie nur Zahnseide anhatte. Sie hat sich bewegt, als hätte sie das schönste Abendkleid an, hat zugehört, sich benommen, war ein Teamplayer. Ich habe die Underdogs immer in Schutz genommen. Die waren nicht böse. Dieses kollektive Draufhauen ist so einfach. Aber da habe ich selten mitgemacht.

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