"Unfassbar emotional": In "Rosins Heldenküche" kämpft der Starkoch mit den Tränen

"Unfassbar emotional": In "Rosins Heldenküche" kämpft der Starkoch mit den Tränen

01/06/2022
  • Letzte Chance oder Ofen aus? In der Sozial-Doku „Rosins Heldenküche“ (Kabel Eins) kämpfen zehn Kandidatinnen und Kandidaten um eine Perspektive.
  • Das bringt nicht nur die Teilnehmenden an ihre Grenzen, sondern auch Frank Rosin.
  • Der Sternekoch war zum Auftakt überrascht von den eigenen Emotionen – und verteilte fleißig zweite Chancen.

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In der Küche herrscht bekanntlich ein rauer Ton. Da müsste Star-Koch Frank Rosin doch eigentlich hart gesotten sein. Doch hinter der harten Schale steckt ein ganz weicher Kern: In seiner neuen Sozial-Doku „Rosins Heldenküche – Letzte Chance Traumjob“ (sechs Folgen, donnerstags, 20.15 Uhr, Kabel Eins) kämpfte der 55-Jährige nun sogar mit den Tränen. „Es ist für mich so unfassbar emotional! Ich hab‘ selbst nicht damit gerechnet, dass mich das so mitnimmt“, gestand er.

Das Konzept seines neuen „Sozialprojekts“ ist schnell erzählt: Zehn Kandidatinnen und Kandidaten, die auf dem „normalen“ Arbeitsmarkt keinen Fuß auf den Boden bekommen (Schulabbrecher, Vorbestrafte, Ex-Junkies), will Rosin die Chance auf einen Ausbildungsplatz geben. Nicht nur in seiner eigenen Sterneküche ist Platz, auch bei namhaften Kollegen aus der Top-Gastronomie könnten Azubis unterkommen. Vorausgesetzt, sie zeigen zwei Monate lang in „Rosins Heldenküche“, dass sie das Zeug dazu haben.

Der Maître ist sich seiner Verantwortung bewusst: „Ich hab‘ auch drei Kinder, und wenn ich mir vorstelle, die würden in so einer Situation stehen, dann würde ich mir vor Angst in die Hose scheißen!“, gab er unumwunden zu. Tatsächlich steht viel auf dem Spiel für die Teilnehmenden.

Da wäre etwa Pia: In ihren 26 Lebensjahren hat sie erst vier Monate gearbeitet. Auch einen Schulabschluss kann die zweifache Mutter nicht vorweisen: „Ich bin paarmal sitzengeblieben“, verriet sie, „bis ich irgendwann mit den ganz Kleinen in der Klasse saß und mich geschämt habe. Da bin ich nicht mehr hingegangen“.

Der 29-jährige Andre hat bereits über 1000 Bewerbungen geschrieben. Doch da er wegen Betrugs vorbestraft ist, wartet er vergeblich auf eine Zusage. Auch für seinen Sohn, der derzeit im Heim lebt, will Andre sein Leben ändern.

Da waren’s nur noch neun!

Dann mal los! Zum Auftakt stellte Rosin gemeinsam mit seinen Schützlingen die Regeln auf: Respekt, Ordnung und Hygiene, Fleiß, Pünktlichkeit und Lernbereitschaft sind für den Maître essenziell. Und ganz wichtig: Man sollte natürlich auch auftauchen, was sich schon am zweiten Tag in „Rosins Heldenküche“ als Problem herausstellte.

Brian, ein Ex-Drogenabhängiger mit Heim-Vergangenheit, hatte verpennt und sich dann aus Scham zu Hause eingeschlossen. Auch dem Meister selbst öffnete er nicht die Tür. Am nächsten Morgen traute er sich dann doch wieder zur Arbeit. Rosin knöpfte ihn sich vor. Erklärungsversuche: „Mein Rhythmus ist im Arsch, ich steh abends auf und geh tagsüber schlafen!“ Der Sternekoch ließ Gnade vor Recht ergehen: „Alle Helden haben eine Geschichte. Und jeder hier braucht zwischendurch mal eine zweite Chance.“ Und die bekam Brian nun: „Nur wenn es nochmal passiert, dann sollten wir das gemeinsam beenden!“

Weniger Glück hatte Katharina: Die 24-Jährige, die in einem Kinderdorf aufwuchs, kam mit den Kameras nicht zurecht und ließ sich auch von Rosin wenig beruhigen. Hinzu kamen weitere Schwierigkeiten: „Katharina war nicht fähig, einen Apfel zu schneiden, geschweige denn, ein Messer zu halten“, erklärte der Koch. Auf eine Krankmeldung folgte der Ausschluss von der Sendung. „Die Belastung dieses gesamten Projekts ist für dich zu groß. Ich kann die Verantwortung nicht übernehmen“, sprach Frank Rosin ein Machtwort.

Freudentränen bei der Wiener-Schnitzel-Challenge

Nach so vielen Problemen war Rosin dankbar für jede Unterstützung, erst recht von seinem prominenten Wiener Kollegen Alexander Kumptner. Der 38-Jährige fungierte als Juror bei einer Wiener-Schnitzel-Challenge. Dem Sieger winkte ein Praktikum in Kumptners Restaurant. Den Start vergeigten Rosins Schützlinge jedoch: Niemand dachte daran, einen Herd vorzuheizen. „Alles, was am längsten dauert, macht man zuerst“, schimpfte Frank. „Man putzt sich auch nicht den Hintern ab und geht dann aufs Klo!“

Das Ergebnis konnte sich aber sehen lassen. Besonders angetan war Kumptner von Andres Schnitzel-Künsten. „Beim Kosten hab ich gedacht, das ist jetzt bei meiner Oma, als ich klein war“, lobte der Österreicher. Andre brach in Tränen aus: „Es freut mich, dass ich jemanden zum Heulen bringe, weil er es so gut macht. Du kannst richtig stolz auf dich sein!“

Ein Herz für Mirco

Unterdessen musste Mirco um seinen Platz in „Rosins Heldenküche“ bangen. Der 22-Jährige klagte über seine schmerzende Kniescheibe. Doch der Koch kaufte ihm sein Leiden nicht ab: „Mirco ist ein kleiner Schaumschläger! Er will eine Ausrede haben.“ Als Mirco schließlich krankgeschrieben wurde, wollte Rosin ihn eigentlich rausschmeißen.

Doch das Flehen des ehemaligen Heimkinds konnte Rosins Herz erweichen: „Du weißt nicht, was mich zu Hause erwartet“, erklärte Mirco. „Diese negativen Schwingungen. ‚Du hast es wieder nicht geschafft! Haben wir dir doch gesagt! So ein Nichtsnutz!'“ Der Starkoch bot ihm an, nach seiner Krankschreibung zurückzukehren: „Eigentlich wollte ich ihm sagen, dass für ihn die Reise heute beendet ist. Aber er hat recht, dann bin ich nicht anders als die, die euch bis jetzt fallen gelassen haben!“

(tsch) © 1&1 Mail & Media/teleschau

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